Wissenschaftler, die NASA’s Chandra-Röntgenobservatorium nutzen, haben eine neue Objektklasse entdeckt, die bislang unbekanntes Verhalten zeigt. Den am Mittwoch in Nature Astronomy veröffentlichten Forschungsergebnissen zufolge erzeugen diese Objekte intensive ultraviolette Strahlung, während sie außergewöhnlich energiearme Röntgenstrahlung aussenden.
Durch die Untersuchung von Daten aus dem Chandra-Archiv identifizierten die Forschenden insgesamt 84 „hyperweiche Röntgenquellen“ in sechs Galaxien. Diese Quellen wurden in den Spiralgalaxien M31 (Andromedagalaxie) und M101 (Feuerradgalaxie) sowie in vier elliptischen Galaxien gefunden. Die Objekte wurden sowohl in Regionen beobachtet, in denen weiterhin Sterne entstehen, als auch in Gebieten mit alten Sternen.
Die Quellen waren in den energiearmen Röntgenbereichen der Chandra-Aufnahmen sichtbar, verschwanden jedoch in den energiereichen Bereichen. Da energiearme Röntgenstrahlung im elektromagnetischen Spektrum energiereicher ultravioletter Strahlung nahe ist, kam das Team zu dem Schluss, dass diese Objekte ebenfalls große Mengen ultravioletter Strahlung aussenden.
Die Natur der Objekte ist noch unbekannt. Die Forschenden vermuten, dass es sich um Doppelsternsysteme handeln könnte, die ein Schwarzes Loch, einen Neutronenstern oder einen Weißen Zwerg enthalten, der Materie von einem Begleitstern abzieht. Die Entdeckung könnte neben der bislang unbemerkten Existenz solcher Systeme auch zwei kosmische Rätsel erhellen: die Identifizierung von Weißen-Zwerg-Systemen, die sich in Typ-Ia-Supernovae verwandeln, und das Verständnis dafür, wie interstellares Gas in einigen Galaxien seine Elektronen verliert.
Warum das wichtig ist
Die Bedeutung der Entdeckung liegt darin, dass diese Quellen nicht nur mit bestimmten Sternentstehungsumgebungen in Verbindung gebracht werden können: Ihr Auftreten in verschiedenen Galaxientypen und unter unterschiedlichen Sternpopulationen erweitert zwar das Forschungsfeld, erschwert jedoch das Verständnis der Entstehungsbedingungen. Da die tatsächliche Natur der Objekte ungeklärt bleibt, lässt sich noch nicht unterscheiden, aus welcher Art von System mit einem Schwarzen Loch, einem Neutronenstern oder einem Weißen Zwerg die beobachtete Strahlung stammt. Diese Unterscheidung ist für Studien wichtig, die nach Vorläufersystemen von Typ-Ia-Supernovae suchen, denn die Frage, anhand welcher beobachtbaren Eigenschaften sich Kandidatensysteme erkennen lassen, bleibt offen. Die Ergebnisse bieten außerdem einen neuen Beobachtungsrahmen, um zu untersuchen, in welchem Maß diese Quellen beim Elektronenverlust des interstellaren Gases in Galaxien eine Rolle spielen könnten.
Hintergrund
NASA ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 24 Nachrichten veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; die jüngste stammt vom 8. September 2026.