Archäologen haben festgestellt, dass die Steine, die die Devil’s Arrows nahe Boroughbridge im Norden Englands bilden, aus den mindestens 18 km entfernten Brimham Rocks transportiert wurden. Sie erreichen eine Höhe von 7 Metern und wiegen jeweils mehr als 25 Tonnen. Die in Proceedings of the Royal Society A veröffentlichte Studie stellt die zuvor vertretene Theorie infrage, wonach Plumpton Rocks in der Nähe die Quelle der Steine gewesen sei. Es wird angenommen, dass die Anlage im Spätneolithikum oder in der frühen Bronzezeit, vermutlich um 2000 v. Chr., errichtet wurde. Die Forschenden bestimmten die Herkunft, indem sie die „Fingerabdrücke“ kleiner Mineralpartikel untersuchten, die sie mit Klebeband von den Steinen abgenommen hatten; damit schlossen sie die Möglichkeit aus, dass die Steine durch Gletscherbewegungen an diesen Ort gelangt sein könnten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Steine aus Regionen ausgewählt wurden, denen eine besondere oder symbolische Bedeutung zugeschrieben wurde, und nicht vor allem aus Gründen der logistischen Erleichterung. Das Team plant, die Methode auf andere Menhire anzuwenden und den Zeitpunkt des Transports zu untersuchen.
Warum das wichtig ist
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Devil’s Arrows nicht allein durch die Nutzung natürlicher Ressourcen in der näheren Umgebung erklären lassen, und verändern damit die Einschätzung des Bauprozesses des Monuments. Dass die Möglichkeit ausgeschlossen wurde, die Steine könnten durch Gletscherbewegungen von selbst transportiert worden sein, zeigt, dass die Gemeinschaften des Spätneolithikums und der frühen Bronzezeit einen bewussten Transport durchführten. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob neben der Entfernung und der logistischen Erleichterung auch die den Regionen, in denen sich die Steine befanden, zugeschriebene besondere oder symbolische Bedeutung eine Rolle bei der Auswahl gespielt haben könnte. Wenn die auf Mineralpartikeln beruhende Methode der Studie auf andere Menhire angewendet wird, könnten die Herkunft und die Transportprozesse ähnlicher Anlagen verglichen werden; wann diese Steine transportiert wurden und welchem Zweck die Anlage diente, bleibt jedoch vorerst offen.