In der von NASA zur Steuerung von Raumfahrzeugen und Satellitensystemen vom Boden aus eingesetzten Kontrollsoftware AIT-GUI wurde eine schwerwiegende Sicherheitslücke entdeckt. Laut der Untersuchung von Yuval Elbar, einem Forscher des Cybersicherheitsunternehmens Cycode, war das System aus dem Internet erreichbar, ohne von extern verbundenen Nutzern einen Benutzernamen oder ein Passwort zu verlangen.
AIT-GUI wird als Schnittstelle eingesetzt, über die Ingenieure Befehle an Raumfahrzeuge senden können. Mit diesen Befehlen lassen sich die Triebwerke der Fahrzeuge starten, Kameras aktivieren und wissenschaftliche Geräte zur Datenerfassung veranlassen. Aufgrund der Lücke konnten Personen, die eine gewöhnliche Netzwerkverbindung herstellen konnten, auf das System zugreifen und direkt Befehle senden, als wären sie autorisierte NASA-Mitarbeiter, ohne komplexe Methoden zum Knacken von Passwörtern zu benötigen.
Es hieß, das Problem sei durch einen Codierungsfehler der Entwickler entstanden, durch den das System nicht nur für den lokalen Computer, sondern auch für sämtliche von außen kommenden Netzwerkanfragen zugänglich wurde. Dadurch waren auch Systeme hinter Firewalls gefährdet. Wenn ein NASA-Mitarbeiter bei geöffnetem Bedienfeld auf seinem Computer eine schädliche Website besucht hätte, wäre es möglich gewesen, dass Schadsoftware im Hintergrund auf das Bedienfeld zugreift und Befehle an Geräte im Weltraum sendet.
Vor der Entdeckung der Lücke wurden nach Angaben keine Raumfahrzeuge oder Satelliten beschädigt. NASA behob die Zugangsprobleme in der Software mit einem neu veröffentlichten Update. Hätte die Lücke jedoch von böswilligen Personen ausgenutzt werden können, wären Raketen in die falsche Richtung gelenkt, Satelliten von ihren Routen abgebracht und durch den Abbruch der Kommunikation mit der Erde Weltraummissionen im Wert von Milliarden Dollar sabotiert worden. Die Nachricht wurde am 21.08.2026 veröffentlicht.