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Günstige Photovoltaikmodule aus chinesischer Produktion treiben die weltweite Verbreitung kleiner Solaranlagen auf Dächern und Freiflächen rasch voran.

Aktualisiert: 15.09.2026 · 3 Min. Lesezeit · 536 Wörter

Veröffentlicht: · Meldung erreichte uns: · Verarbeitungszeit: 3 Std. 14 Min.

Günstige Photovoltaikmodule aus chinesischer Produktion treiben die weltweite Verbreitung kleiner Solaranlagen auf Dächern und Freiflächen rasch voran.
Solarmodule auf Hausdächern

Billige Photovoltaikmodule aus chinesischer Produktion sorgen dafür, dass sich kleine Solaranlagen auf Dächern und Freiflächen weltweit rasant verbreiten. Die Kosten der Module sind von 5–6 US-Dollar pro Watt zu Beginn des Jahrtausends auf heute etwa 12 Cent gesunken. Wood Mackenzie beziffert Chinas Produktionskapazität auf rund 1,36 Terawatt. Nach Angaben des Energy Institute erreichte die weltweite Kapazität kleiner Solaranlagen Ende 2025 fast 1,2 Terawatt; gemessen an der theoretischen Kapazität entspricht dies etwa dem Dreifachen der globalen Kernkraftwerksflotte.

Billige Module sind in Ländern, in denen Strom teuer, knapp oder unzuverlässig ist, zu einer wichtigen Option für Unternehmen und Haushalte geworden. Bestway in Pakistan plant, seine bestehende Kapazität von 26 MW bis zum Jahresende um 6,34 Megawatt zu erweitern; Solarenergie deckt mehr als ein Viertel des Strombedarfs des Zementwerks Chakwal des Unternehmens, das jährlich mehr als 3 Millionen Tonnen produziert. Ember schätzt, dass Afrika in diesem Jahr etwa 17 Gigawatt neue Solarkapazität installieren wird, den Großteil davon in Fabriken und Unternehmen.

Auf den Philippinen hat sich die Kapazität von Dachsolaranlagen in den 12 Monaten bis April Berechnungen zufolge nahezu verdoppelt, während sich die Investition in Anlagen für Privathaushalte in etwas mehr als drei Jahren amortisieren kann. Meralco teilte mit, dass diese Anlagen in den ersten sechs Monaten des Jahres 372 Gigawattstunden Strom erzeugt hätten. Das Förderprogramm, das Indien im Februar 2024 mit einem Budget von etwa 8 Milliarden US-Dollar startete, hat mehr als 5 Millionen Haushalte mit Modulen ausgestattet und erreicht monatlich rund 500.000 neue Haushalte. In Großbritannien werden seit Ende August 800-Watt-Plug-and-play-Module in Geschäften verkauft, während auch einige US-Bundesstaaten ähnliche Systeme erleichtern.

Die Eigenstromerzeugung setzt jedoch die Einnahmen der Stromversorger und die Finanzierung der Netze unter Druck. In Südafrika führt Eskom rund 7 Prozent des Rückgangs der Stromverkäufe um 11,7 Terawattstunden in dem im März zu Ende gegangenen Jahr auf Solarmodule auf Dächern und Batterien zurück. In Pakistan erhöht der Umstieg zahlungskräftiger, wohlhabender Kunden auf Solarenergie das Risiko, dass die Infrastrukturkosten auf ärmere Bevölkerungsschichten abgewälzt werden.

Auch die technischen Probleme nehmen zu. Zwar waren erneuerbare Energien nicht die direkte Ursache für den eintägigen Stromausfall in Spanien und Portugal, doch wurde festgestellt, dass das System nicht ausreichend an das Wachstum angepasst worden war. In Australien erschweren die geringe Nachfrage tagsüber, der umgekehrte Energiefluss und plötzliche Produktionsrückgänge aufgrund von Wolken das Netzmanagement. Als Lösungen werden Batterien, neue Tarife, Installationsregister, Wetterprognosen und KI-gestützte Modelle entwickelt.

Warum das wichtig ist

Dieses Ausmaß bedeutet, dass sich die Stromerzeugung teilweise von großen Kraftwerken auf Haushalte und Unternehmen verlagert; insbesondere dort, wo Strom teuer, knapp oder unzuverlässig ist, sinkt die Abhängigkeit der Nutzer vom Netz. Wenn jedoch zahlungskräftige Kunden ihren eigenen Strom erzeugen, schrumpft die Einnahmebasis der Stromversorger, während zugleich das Risiko entsteht, dass die festen Infrastrukturkosten des Netzes auf ärmere Verbraucher verlagert werden. Die sinkende Nachfrage tagsüber, der umgekehrte Energiefluss und plötzliche wetterbedingte Produktionsschwankungen zeigen zudem, dass die Installation von Solarmodulen allein nicht ausreicht und Batterie-, Tarif-, Registrierungs- und Prognosesysteme gemeinsam erneuert werden müssen. Die zentrale offene Frage lautet, wie sich die Netzzuverlässigkeit bei gleichzeitiger Förderung der Eigenstromerzeugung gewährleisten lässt und wie die Kosten unter den Verbrauchern aufgeteilt werden sollen.

Begriff: Stromnetz

Das Stromnetz ist das Übertragungs- und Verteilungsnetz, das Erzeugungsanlagen mit den Verbrauchern verbindet; Angebot und Nachfrage müssen jederzeit im Gleichgewicht gehalten werden.

Quelle: Ars Technica