Die Verbreitung von günstigem und schnellem Internet in Kenia um 2009 führte dazu, dass sich arbeitslose Hochschulabsolventen dem globalen Verfassen von Online-Hausarbeiten und -Artikeln zuwandten. In diesem Sektor wurden 40 bis 70 Dollar pro Artikel verdient, während allein in Nairobi etwa 40 Tausend Menschen tätig waren; die Regierung bereitete Jugendliche zudem auf freiberufliche Plattformen vor. Mit der Markteinführung von ChatGPT durch OpenAI im Jahr 2022 wandten sich Studierende jedoch kostenlosen Texten aus künstlicher Intelligenz zu, woraufhin Nachfrage und Vergütungen rapide sanken. Auch Transkription und Content-Moderation wurden getroffen. Der Oxford-Forscher Mark Graham erklärte, dass der Wandel die globale Arbeitskraft beeinflussen werde, während Teresios Bundi, der seine Arbeit verloren hat, darauf hinwies, dass sich die Bedrohung auch auf Banker und Buchhalter erstrecken werde.
Warum ist das wichtig?
Die Erfahrung Kenias zeigt, wie anfällig digitale Freiberuflerbereiche, die mit dem Zugang zum Internet gewachsen sind, hinsichtlich Einkommenssicherheit und Investitionen in Qualifikationen sind. Die Bevorzugung kostenloser Texte aus künstlicher Intelligenz verändert nicht nur die Vergütungsstruktur von Schreibarbeiten, sondern auch die Nachfrage nach Online-Dienstleistungen wie Transkription und Content-Moderation. Dies wirft die Frage auf, wie öffentliche Maßnahmen, die arbeitslose Hochschulabsolventen auf digitale Plattformen vorbereiten, Beschäftigte schützen können, wenn sich die eingesetzten Werkzeuge verändern. Die Einschätzung, dass sich die Auswirkungen auf Berufe wie Bankwesen und Buchhaltung erstrecken könnten, lässt offen, ob der Wandel auf schlecht bezahlte Online-Arbeiten beschränkt bleibt und unter welchen Bedingungen Beschäftigte in anderen Sektoren betroffen sein werden.
Hintergrund
ChatGPT ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 14 Nachrichten veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; die jüngste ist vom 6. September 2026.