Valve kehrt mit dem eigenständigen VR-Headset Steam Frame, für das das Unternehmen 2026 Reservierungen zum Preis von 1.059 $ eröffnete, zu seinen lange in den Hintergrund gerückten VR-Aktivitäten zurück. Nach etwa einer Woche Nutzung vermittelt das Gerät trotz seines komfortablen und durchdachten Designs aufgrund von Problemen mit Akku, Software und Leistung den Eindruck eines unfertigen Produkts.
Steam Frame wiegt 440 g und damit etwa 15 Prozent weniger als die 515 g schwere Meta Quest 3. Die Platzierung des 21,6-Wh-Akkus am Hinterkopf sorgt für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und verringert bei längerer Nutzung den Druck nach vorn. Der rückseitige Akku erschwert jedoch das Anlehnen mit dem Headset; bei Brillenträgern kann zudem Druck auf das Brillengestell entstehen.
Das Gerät bietet pro Auge eine Auflösung von 2160 x 2160, eine Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz und ein Sichtfeld von 110 Grad. Die Außenkameras ermöglichen Tracking ohne Basisstation sowie eine Durchsicht auf die Umgebung. Auch Eye-Tracking, Foveated Rendering und ein SD-Kartensteckplatz sind vorhanden. Neben dem 256GB-Modell wird eine Version mit 1TB Speicher für 1.299 $ angeboten. Die Controller orientieren sich am Design der Meta Quest, verfügen jedoch über zusätzliche Tasten und ein Steuerkreuz.
Beim Head-Tracking können bei schnellen Bewegungen Zittern und Geisterbilder auftreten. Im „Performance“-Modus hält der Akku bei den meisten VR-Spielen kaum länger als eineinhalb Stunden, während der Lüfter ununterbrochen warme Luft ausbläst und hörbare Geräusche verursacht. Der „Playtime“-Modus verlängert die Laufzeit zwar auf mehr als zwei Stunden, senkt jedoch die Auflösung und fällt meist auf 72 Hz zurück.
Das kabellose Streaming von einem PC in der Nähe funktioniert dank des mitgelieferten 6-GHz-Wi‑Fi-USB-Adapters in der Regel mit einer Latenz von fünf bis zehn Millisekunden; der Verbindungsaufbau erfordert jedoch manchmal einen Neustart. Bei SteamOS, das für ARM-basierte Hardware angepasst wurde, ist die Kompatibilität ein gravierenderes Problem. Während Doom VFR und I Expect You To Die 3 nicht starteten, zeigten Fruit Ninja und The Lab Grafikfehler; bei den Tests kam es in verschiedenen Spielen sechsmal zu Abstürzen, die einen Neustart des Geräts erforderten. Die Liste „Great on Frame“ umfasst unter Tausenden von SteamVR-Spielen lediglich einige Dutzend Titel.
Der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 stößt auch bei Spielen außerhalb von VR an seine Grenzen; Returnal erreichte bei 720p und der Einstellung „Low“ 9 fps. Das mit dem Gerät gelieferte Half-Life: Alyx läuft dagegen dank spezieller Optimierungen eigenständig mit wenigen Abstrichen.
Im Fazit hält der Test das dort mit 1.049 $ angegebene Steam Frame im Vergleich zur Meta Quest 3 für 599 $ oder zur Quest 3S für 349 $ für die meisten Nutzer für teuer. Das geringe Gewicht, die Möglichkeit, ein Meta-Konto zu vermeiden, der Zugriff auf den Linux-Desktop und die SteamVR-Bibliothek bieten zwar Vorteile, doch der hohe Preis, die kurze Akkulaufzeit und die Softwareprobleme schränken die Empfehlung ein.
Warum das wichtig ist
Die eigentliche Bewährungsprobe für Steam Frame besteht darin, inwieweit Valve sein umfangreiches SteamVR-Archiv auf einem eigenständigen Headset nutzbar machen kann. Die aktuelle Kompatibilitätsliste und die bei Tests aufgetretenen Fehler zeigen, dass zwischen dem Umfang der Bibliothek und der Zahl der tatsächlich problemlos funktionierenden Spiele eine deutliche Lücke besteht. Dies betrifft insbesondere diejenigen, die ohne Anbindung an einen PC auf Steam-Spiele zugreifen möchten und lieber auf ein Meta-Konto verzichten. Das leichte und ausgewogene Design erhöht zwar den Nutzungskomfort, doch die kurze Akkulaufzeit, die Leistungseinbußen und die Probleme, die einen Neustart erfordern, machen den Gegenwert für den hohen Preis stärker von der Software-Reife als von der Hardware abhängig. Der Unterschied zwischen der speziellen Optimierung für Half-Life: Alyx und den Ergebnissen bei anderen Spielen lässt die Frage offen, ob das Nutzungserlebnis auf den allgemeinen Fähigkeiten der Plattform oder auf Anpassungen für einzelne Spiele beruht.
Hintergrund
Steam ist im Archiv von FikirPilot kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 12 Artikel veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; der jüngste stammt vom 15. September 2026.