Laut einer Untersuchung der Rockefeller University in New York können drei Minuten hochintensiver Bewegung eine stärkere molekulare Reaktion hervorrufen als 90 Minuten Sport mittlerer Intensität. Rund 20 gesunde Männer absolvierten während einer 23-minütigen Trainingseinheit Sprints von jeweils 30 Sekunden; die Teilnehmer der Vergleichsgruppe fuhren 90 Minuten Fahrrad. In Blutproben, die vor, während und unmittelbar nach dem Training sowie drei Stunden später entnommen wurden, stiegen bei den Läufern die Werte von mehr als 700 Proteinen, die mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen in Verbindung stehen. Die Proteine standen mit der Gesundheit von Muskeln, Leber, Darm, Immunsystem und Organen in Zusammenhang. In der Fahrradgruppe wurden während der Aktivität lediglich bei 7 Proteinen und drei Stunden später bei etwa einem Dutzend Proteinen Veränderungen festgestellt. Der Effekt hielt auch nach einem 8-wöchigen Training an. Dr. Paul Cohen erklärte, dies könne in der Natur intensiver Bewegung liegen. Die Ergebnisse zeigen, dass unterschiedliche Trainingsintensitäten nicht dieselbe Wirkung hervorrufen, während der Mechanismus noch nicht im Detail bekannt ist. Da keine Frauen einbezogen wurden und die Zahl der Teilnehmer gering war, sind umfassendere Untersuchungen erforderlich.
Warum das wichtig ist
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es möglicherweise nicht ausreicht, bei der Bewertung der gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegung ausschließlich auf die Dauer zu achten; auch die Intensität tritt als ein Faktor hervor, der die molekulare Reaktion des Körpers bestimmt. Die Veränderungen bei Proteinen, die mit unterschiedlichen Geweben und Organen in Verbindung stehen, legen nahe, dass die Auswirkungen kurzer, intensiver Belastung nicht allein auf die Muskeln beschränkt sind. Allerdings ist noch nicht geklärt, wie sich diese Proteinveränderungen in tatsächliche Auswirkungen auf das Krankheitsrisiko übersetzen und warum intensives Training eine breitere Reaktion hervorruft. Da die Studie nur mit einer kleinen Zahl gesunder Männer durchgeführt wurde, bleibt unklar, inwieweit die Ergebnisse auf Frauen oder Menschen mit einem anderen Gesundheitszustand übertragbar sind; daher sind umfassendere Untersuchungen erforderlich.