Google nimmt Änderungen an der Reisesuche vor, um dem Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union zu entsprechen; das Unternehmen argumentiert jedoch, dass dies die Nutzererfahrung verschlechtere. In den Ergebnissen außerhalb Europas werden hervorgehobene gesponserte Links, Buchungsempfehlungen und Preisvergleiche entsprechend den Geschäftsbeziehungen sortiert, während die Europäische Kommission erklärt, dass diese Praxis den Wettbewerb verzerrt.
Im neuen System werden bei der Suche nach Hotels und Flügen Echtzeitinformationen zu Preisen und Verfügbarkeit entfernt. Oben auf der Seite wird ein Link zu einer spezialisierten Suchmaschine stehen, darunter zwei weniger detaillierte Links; anschließend wird ein Karussell mit Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants angezeigt, das keine Preis- oder Verfügbarkeitsinformationen enthält. Die Reihenfolge wird anhand des Suchalgorithmus und nicht nach den geschäftlichen Interessen von Google bestimmt. Die Änderungen werden in der Europäischen Union schrittweise umgesetzt. Google hat 60 Tage Zeit, die Vorgaben einzuhalten; die Frist endet am 23. September. Danach könnte das Unternehmen mit einer Geldstrafe von bis zu 5 % seines weltweiten Umsatzes belegt werden. In anderen Regionen werden sich die Ergebnisse nicht ändern.
Google erklärt, dass die neuen Ergebnisse Online-Vermittlern Vorteile verschaffen und zulasten lokaler Unternehmen gehen würden, wodurch zusätzliche Traffic-Verluste entstünden. In Tests hätten die Nutzer die Ergebnisse weniger positiv bewertet und ihre Suchanfragen neu formuliert. Das Unternehmen hatte 2024 mitgeteilt, dass die früheren EU-Vorgaben den kostenlosen direkten Buchungs-Traffic um 30 % reduziert hätten. Google und andere im Rahmen des DMA erfasste „Torwächter“ lehnen das Gesetz ab, während die USA die EU mit Sanktionen bedrohen.
Warum das wichtig ist
Im Zentrum der Änderung steht, die Rolle kommerzieller Beziehungen bei der Bestimmung der Sichtbarkeit in Reisesuchen zu verringern und die Ergebnisse an algorithmische Kriterien zu knüpfen. Dieser Ansatz beeinflusst, wie Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants die Nutzer direkt erreichen, und könnte zugleich das Wettbewer Gleichgewicht zwischen Online-Vermittlern und lokalen Unternehmen verändern. Für die Nutzer stellt sich vor allem die Frage, ob Ergebnisse mit weniger Preis- und Verfügbarkeitsinformationen die Vergleichs- und Buchungsprozesse erschweren; für die Unternehmen hingegen, in welchem Umfang der kostenlose direkte Traffic zurückgehen wird. Googles Einwände im Zusammenhang mit der Nutzererfahrung und dem Traffic der Unternehmen stehen im Konflikt mit den Wettbewerbsbedenken der Europäischen Kommission; die Anpassungsfrist und mögliche Sanktionen werden zudem bestimmen, welche regulatorischen Kosten dieser Streit für das Unternehmen mit sich bringt.
Hintergrund
Google ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 29 Nachrichten veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; die jüngste stammt vom 9. September 2026.