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AYM entschied, dass die Entscheidungen zur Beschlagnahmung der Bücher von Hasan Cemal die Meinungsfreiheit verletzten

Aktualisiert: 18.09.2026 · 2 Min. Lesezeit · 273 Wörter

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AYM entschied, dass die Entscheidungen zur Beschlagnahmung der Bücher von Hasan Cemal die Meinungsfreiheit verletzten
Bücher auf einem Holztisch

Die Vollversammlung des Verfassungsgerichts (AYM) entschied, dass die Beschlagnahmebeschlüsse gegen Bücher, Zeitschriften und Broschüren des Journalisten und Autors Hasan Cemal, des Schriftstellers Yavuz Ekinci, der CHP und anderer Antragsteller deren Meinungs- und Pressefreiheit verletzten. Das Gericht stellte fest, dass die Verbote von Druck, Verbreitung, Verkauf und Vervielfältigung die in Artikel 13 der Verfassung vorgesehene gesetzliche Grundlage nicht erfüllten. Es wurde festgehalten, dass einige Beschlüsse, die jahrelang in Kraft blieben und unabhängig von den Ermittlungen angewandt wurden, ihren Charakter als vorläufige Maßnahme verloren und sich in Sanktionen verwandelten, die zur Vernichtung des Werkes führten. Zu den geprüften Akten gehörten die von der CHP im Jahr 2020 veröffentlichte Broschüre „21 Soruda FETÖ’nün Siyasi Ayağı“, zwei Bücher von Hasan Cemal, Ekincis „Rüyası Bölünenler“ sowie einige weitere Veröffentlichungen und HDP-Broschüren. Das AYM ordnete eine Wiederaufnahme des Verfahrens und die Zahlung einer immateriellen Entschädigung an.

Warum das wichtig ist

Die Entscheidung zeigt, dass bei Eingriffen in Veröffentlichungen die Begründung mit einem bloß vorläufigen Schutz nicht ausreicht und die gesetzliche Grundlage auch im Hinblick auf die Dauer und die Folgen der Maßnahme überprüft werden muss. Dieser Ansatz rückt die Auswirkungen einer jahrelangen Entfernung der im Rahmen von Ermittlungen beschlagnahmten Werke aus dem Verkehr auf die Meinungs- und Pressefreiheit in den Mittelpunkt der verfassungsrechtlichen Prüfung. Das Ergebnis betrifft nicht nur Journalisten und Schriftsteller, sondern auch von politischen Parteien veröffentlichte Broschüren sowie Personen und Institutionen, die an deren Druck, Verbreitung und Verkauf beteiligt sind. Die Bestimmungen zur Wiederaufnahme des Verfahrens und zur immateriellen Entschädigung lassen offen, wie die Feststellung der Verletzung in den konkreten Akten umgesetzt wird und welche Folgen sich für Werke ergeben, die über lange Zeit nicht zugänglich waren.

Quelle: Independent Türkçe