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Kontinuierliche Glukosemessgeräte werden bald komplexer

Aktualisiert: 06.09.2026 · 3 Min. Lesezeit · 512 Wörter

Veröffentlicht: · Meldung erreichte uns: · Verarbeitungszeit: 82 Std. 13 Min.

Kontinuierliche Glukosemessgeräte werden bald komplexer
Am Arm befestigter Biosensor

Abbott hat die FDA-Zulassung für Libre Duo erhalten, das erste 2-in-1-System zur kontinuierlichen Glukosemessung, das gleichzeitig Glukose- und Ketonwerte misst. Der verschreibungspflichtige Sensor wird 10 Tage lang getragen. Er überwacht im Hintergrund eine als Beta-Hydroxybutyrat bezeichnete Ketonart und warnt die Nutzer, wenn sich die Werte gefährlichen Konzentrationen nähern. Das Gerät verwendet dieselbe App, funktioniert mit Smartwatches und ermöglicht es Angehörigen, die Glukose- und Ketonwerte zu verfolgen.

Die Überwachung von Ketonen ist insbesondere für Menschen mit einem Risiko für diabetische Ketoazidose (DKA) wichtig. Wenn nicht genügend Insulin vorhanden ist, verbrennt der Körper zur Energiegewinnung Fett, wobei Ketone entstehen. Ein übermäßiger Anstieg der Ketone macht das Blut sauer und kann eine DKA auslösen, die sich schnell entwickeln und unbehandelt tödlich verlaufen kann. Die Erkrankung tritt am häufigsten bei Typ-1-Diabetes auf, kann aber auch bei Typ-2-Diabetes vorkommen. Der Abbott-Manager Marc Taub erklärt, dass DKA der häufigste hyperglykämische Notfall bei Menschen mit Diabetes und eine der führenden Ursachen für Krankenhausaufenthalte sei.

Laut Dr. David Ahn vom Hoag Hospital könnte das Gerät insbesondere für Menschen, die eine Insulinpumpe verwenden, sowie für Personen, die SGLT2-Inhibitoren einnehmen, nützlich sein. Fehlfunktionen der Pumpe können die Insulinzufuhr unterbrechen und dadurch das DKA-Risiko erhöhen. SGLT2-Medikamente können dagegen eine Ketoazidose auslösen, ohne den Blutzucker stark zu erhöhen, sodass ein hoher Glukosewert möglicherweise kein herkömmliches Warnsignal ist. Auch die begrenzte routinemäßige Verwendung von Keton-Teststreifen bei Erwachsenen erhöht die potenzielle Bedeutung der kontinuierlichen Messung.

Allerdings bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der Genauigkeit von Libre Duo und der Frage, wie die Warnungen interpretiert werden sollen. Einige Menschen mit Diabetes sagen, dass sie seit Langem keine Ketonmessungen mehr benötigen, während andere befürchten, dass falsch-positive Ergebnisse zu unnötigen und belastenden Warnungen führen könnten. Experten weisen darauf hin, dass Krankheit, Schwangerschaft, Fasten und intensive körperliche Betätigung die Ketonwerte vorübergehend erhöhen können, ohne dass eine DKA vorliegt. Obwohl für die Ketonwerte ein Schwellenwert von 3 mmol/L vorgeschlagen wurde, heißt es, dass dies weiterhin nur die beste Schätzung sei.

Das Gerät könnte mehr Daten über Ketone und DKA liefern; zugleich wird betont, dass kontinuierliche Gesundheitsdaten zu Datenmüdigkeit und Fehlinterpretationen führen können. Auch die Möglichkeit, dass Abbott Libre Duo, dessen rezeptfreie Nutzung das Unternehmen kurzfristig nicht plant, künftig einem breiteren Verbrauchermarkt zugänglich macht und eine neue Welle im Bereich der „metabolischen Technologie“ auslöst, wird diskutiert.

Warum das wichtig ist

Der eigentliche Unterschied von Libre Duo besteht darin, dass zwei biologische Marker, die beim Diabetesmanagement normalerweise getrennt betrachtet werden, in einem einzigen Überwachungsprozess zusammengeführt werden. Dies könnte insbesondere für Menschen, die eine Insulinpumpe verwenden, sowie für Personen, die SGLT2-Inhibitoren einnehmen, einen zusätzlichen Einblick in ein Risiko bieten, das auftreten kann, wenn der Blutzucker allein keine ausreichende Warnung liefert. Die Warnungen des Geräts lassen sich jedoch möglicherweise nicht von erhöhten Ketonwerten unterscheiden, die durch andere Ursachen als eine DKA – etwa Krankheit, Schwangerschaft, Fasten oder intensive körperliche Betätigung – ausgelöst werden. Daher bleiben die Genauigkeit, die Häufigkeit falsch-positiver Ergebnisse und die Frage, wie der Schwellenwert von 3 mmol/L für klinische Entscheidungen genutzt werden soll, offene Fragen. Eine kontinuierliche Datenüberwachung kann zudem unnötige Sorgen und Datenmüdigkeit verursachen, wenn sie nicht gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal interpretiert wird.

Quelle: The Verge