Forscher stellten fest, dass Asiatische Elefanten unwirksame Impulse unterdrücken und dadurch effektivere Lösungen auswählen können, was auf die Fähigkeit zur inhibitorischen Kontrolle hindeutet. An der in Thailands National Elephant Institute durchgeführten Studie, deren Ergebnisse im peer-reviewten PLOS One veröffentlicht wurden, nahmen 16 Elefanten teil. Die Elefanten lernten, durch eine einzige Öffnung in einer Kiste an Futter zu gelangen. Später nutzten sie in einer transparenten Kiste, in der sie das Futter sehen und riechen konnten, die seitliche Öffnung, anstatt direkt danach zu greifen. Als die Kiste gedreht wurde, bewegten sie sich zunächst zur Position der früheren Öffnung, änderten ihr Verhalten jedoch schon bald und nutzten den neuen Weg. Ältere Elefanten vollzogen diese Änderung langsamer; die Forscher brachten dies mit einem altersbedingten kognitiven Abbau in Verbindung. Die Wissenschaftler erklärten, die Studie liefere einige der ersten Belege für das Vorhandensein inhibitorischer Kontrolle bei Elefanten, weitere Untersuchungen seien jedoch erforderlich. Es wurde festgehalten, dass diese Fähigkeit für das Problemlösen und die Sozialisierung wichtig sein könnte und außerdem zu Strategien zur Vermeidung von Mensch-Elefant-Konflikten beitragen könnte.
Warum das wichtig ist
Diese Ergebnisse schaffen eine neue Grundlage für die Bewertung der Fähigkeit von Elefanten, ihr Verhalten im Hinblick auf kognitive Prozesse und das Altern zu verändern. Insbesondere die langsamere Anpassung älterer Individuen macht eine gesonderte Untersuchung des Zusammenhangs zwischen kognitivem Abbau und Verhaltensflexibilität bei Elefanten erforderlich; zugleich rückt dadurch die Rolle des Alters bei Problemlösungsprozessen in den Fokus. Sollte sich der Zusammenhang zwischen inhibitorischer Kontrolle, Problemlösen und Sozialisierung bestätigen, könnten neben Studien zum Verständnis des Verhaltens auch Ansätze zur Verringerung von Mensch-Elefant-Konflikten von diesen Erkenntnissen profitieren. Die vorläufigen Belege aus einem kontrollierten Experiment mit 16 Elefanten lassen jedoch offen, in welchem Umfang sich die Fähigkeit auf unterschiedliche Bedingungen und soziale Kontexte übertragen lässt und wie der altersbedingte Unterschied zu erklären ist.