Der Text vertritt die Auffassung, dass die gemeinsame Geschichte von Kurden und Türken nicht ausschließlich auf die Zeit der Republik reduziert werden kann. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Vergangenheit von den Beziehungen zwischen den Şeddadîler und den Oğuzlar im Kaukasus über den Vorstoß der Seldschuken nach Anatolien, die Übergabe von Ani an die Şeddadîler und die an Malazgirt beteiligten Gemeinschaften bis zu den politischen, sozialen und kulturellen Beziehungen in der osmanischen Zeit reicht. Auch die Formulierung im Geschichtsbuch Aserbaidschans berichtet, dass die Oğuzlar die militärische Stärke der Şeddadîler erhöht hätten. Zudem wird gefordert, die Beziehungen von Saladin zu den Zengîler und den türkischen politischen Strukturen zu untersuchen. Es wird behauptet, dass Assimilation, die Leugnung der Existenz, Fehlanwendungen, Terror und separatistische Bewegungen in der Zeit der Republik die gemeinsame Vergangenheit auf die Ebene des Konflikts verschoben hätten und dass die Buchstabenreform die historischen Verbindungen geschwächt habe. Betont wird, dass Menschen, die während der Besatzungszeit an derselben Front kämpften, ohne zwischen Nationalitäten zu unterscheiden, später unter dem Einfluss der Politik und falscher Maßnahmen voneinander getrennt wurden; zugleich wird hervorgehoben, dass die beiden Gesellschaften untereinander heirateten, Handel trieben und zusammenlebten. Der Text endet mit dem Aufruf, die Vergangenheit gemeinsam zu betrachten.
Warum wichtig
Die grundlegende Bedeutung des Textes liegt in seiner These, dass eine Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Vergangenheit, die ausschließlich über die Konflikte und politischen Maßnahmen der Zeit der Republik geführt wird, den historischen Rahmen verengt. Dieser Ansatz rückt die Notwendigkeit in den Vordergrund, neben den militärischen Beziehungen auch das Zusammenleben, Verwandtschaft, Handel und kulturelle Kontakte zu berücksichtigen. Dadurch soll verhindert werden, dass die gegenwärtigen Spaltungen als unvermeidlich oder als einzige Richtung der Geschichte dargestellt werden; stattdessen sollen Kooperationen und Brüche in unterschiedlichen Zeitabschnitten gemeinsam untersucht werden. Zugleich bleibt offen, in welchem Maße die historischen Verbindungen im Text, der Verweis auf das Geschichtsbuch und die Bewertungen der Zeit der Republik durch unabhängige Quellen bestätigt werden; der weitere Verlauf der Debatte hängt davon ab, dass diese Behauptungen durch vergleichende Forschung überprüft werden.