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Wissenschaftler enthüllen mithilfe proteomischer Methoden die Geheimnisse antiker ägyptischer Materialien

Aktualisiert: 12.09.2026 · 3 Min. Lesezeit · 425 Wörter

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Wissenschaftler enthüllen mithilfe proteomischer Methoden die Geheimnisse antiker ägyptischer Materialien
Antikes Holzstück auf einem Labortisch

Wissenschaftler untersuchten die in verschiedenen Artefakten aus dem antiken Ägypten verwendeten Klebstoffe und Bindemittel mithilfe einer massenspektrometriebasierten proteomischen Methode. In der in Science Advances veröffentlichten Studie wurden kleine Proben analysiert, die aus Sammlungen in Schweden, dem Vereinigten Königreich und Dänemark stammen und auf den Zeitraum zwischen 1425 BCE und 400 CE datiert werden. Dazu gehörten bemalte Holzsärge, Fragmente von Grabwandgemälden, bemalter Gips, der bei der Herstellung von Mumienbüsten verwendet wurde, sowie bemalte architektonische Elemente aus Kalkstein. Um eine Verunreinigung durch das Labor auszuschließen, wurden leere Kontrollproben verwendet; außerdem wurden die chemischen Schäden an den nachgewiesenen Proteinen untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Ägypter häufig Rinderleim sowie Kollagene von Schafen, Ziegen, Pferden, Eseln und Antilopen verwendeten. Wahrscheinlich wurden diese Materialien durch das Auskochen von Tierhaut und Bindegewebe hergestellt. Tierische Proteine wurden nicht nur in Klebstoffen, sondern auch in Proben von Farben und Grundierungsschichten gefunden. Die Forscher stellten keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Tierart und der Art des Artefakts, der Anwendungsweise, der Farbe, der Chronologie, der geografischen Herkunft oder dem Nutzungskontext fest.

Die Analyse wies außerdem Samenproteine von Sesam und Moringa nach. Sesamproteine wurden in einer roten Probe aus einem Sargfragment und in einem Fragment eines Grabwandgemäldes festgestellt, Moringaproteine dagegen in einer Sargprobe. Diese Spuren könnten Nebenprodukte der Verarbeitung der Samen sein; um ihren Verwendungszweck eindeutig zu bestimmen, sind weitere Untersuchungen mit ergänzenden Methoden erforderlich. Im antiken Ägypten wurden die aus diesen Samen gewonnenen Öle zum Essen, in der Medizin, als Insektenschutzmittel, in der Kosmetik und bei der Mumifizierung verwendet. Da Moringa außerdem als eine Manifestation des Ptah galt, der als Schutzpatron der Handwerker angesehen wurde, könnten die Spuren im Sarg mit der symbolischen Bedeutung der Pflanze zusammenhängen.

Die proteomische Methode kann mit einer geringen Probenmenge alle Proteine in komplexen Gemischen sowie deren Schädigungen detailliert bestimmen.

Warum das wichtig ist

Der wichtigste Beitrag der Studie besteht darin zu zeigen, dass organische Materialien in antiken Artefakten nicht nur als allgemeine tierische Quelle untersucht werden können, sondern auch auf der Ebene der Proteine, die von welchen Tieren stammen. Das Fehlen einer eindeutigen Übereinstimmung mit Art, Farbe, Zeitraum oder Nutzungskontext zeigt, dass die Materialauswahl nicht durch eine einzige Herstellungsregel erklärt werden kann und die Artefakte einzeln bewertet werden müssen. Dieser Ansatz könnte zu einer detaillierteren Interpretation der bisherigen Befunde in der Konservierung und der kunsthistorischen Forschung beitragen, da er die gemeinsame Untersuchung mehrerer Bestandteile in sehr kleinen Probenmengen ermöglicht. Ob die Spuren von Sesame und Moringa jedoch Produktionsrückstände, ein bewusster Zusatz oder mit der symbolischen Bedeutung von Moringa verbunden sind, ist noch nicht geklärt; ergänzende Analysen werden diese Unterscheidung klären.

Quelle: Ars Technica