Eine Isotopenanalyse hat gezeigt, dass die drei Menhire namens Devil’s Arrows nahe Boroughbridge in North Yorkshire nicht wie bisher angenommen von den nahe gelegenen Plumpton Rocks, sondern von den 18 Kilometern (11 Meilen) entfernten Brimham Rocks stammen. Rekonstruktionen der regionalen Eisströme ergaben, dass die Steine nicht von Gletschern transportiert worden sein können. Die Forscher erklärten, dass neolithische Gemeinschaften die jeweils 25 Tonnen schweren Steine mithilfe von Planung, Koordination und technischem Geschick transportiert hätten.
Die Devil’s Arrows sind Teil eines größeren neolithischen Komplexes. Der längste Stein ist 6,85 Meter (22,5 Fuß) hoch, und es wird angenommen, dass die Anordnung auf den südlichsten sommerlichen Mondaufgang ausgerichtet ist. Eine geophysikalische Untersuchung aus dem Jahr 2025 identifizierte zwei Bereiche mit magnetischen Störungen, die auf die früheren Standorte entfernter Steine hindeuten könnten. Mögliche Steinfassungen weisen zudem darauf hin, dass sich die Reihe einst nach Norden erstreckte und möglicherweise als Wegmarkierung entlang der Great North Route diente.
In historischen Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert wird ein vierter Stein nordnordwestlich der noch stehenden Steine erwähnt; dieser war Anfang des 17. Jahrhunderts umgestürzt. Ein Bericht aus dem Jahr 1687 besagt, dass die örtliche Bevölkerung einen Stein zerschlug und für den Bau der Peg Bridge verwendete, während sein oberer Teil nach Aldborough Manor gebracht wurde. J.R. Walbran hatte dagegen die Vermutung geäußert, dass es sich bei einem wiederverwendeten Monolithen um das Battle Cross Monument handelte, das 1852 vom Marktplatz in Boroughbridge nach Aldborough gebracht wurde.
Anthony Clarke und sein Team entnahmen mit Klebeband Proben von den drei Steinen der Devil’s Arrows sowie vom Battle Cross Monument und von der Peg Bridge. Mineralien wie Quarz und Feldspat wurden abgetrennt; das verbleibende Material wurde mit einem Elektronenmikroskop untersucht. Mithilfe der Isotopenanalyse von Zirkon- und Apatitmineralien wurde ein Alters-„Fingerabdruck“ erstellt und mit der möglichen Herkunft verglichen. Die Ergebnisse identifizierten Brimham Rocks als wahrscheinlichste Herkunft und bestätigten zugleich, dass das Battle Cross Monument einer der verschollenen Steine der Devil’s Arrows ist.
Die Studie wurde 2026 in Proceedings of the Royal Society A Mathematical, Physical and Engineering Sciences veröffentlicht. DOI: 10.1098/rspa.2026.0504.
Warum das wichtig ist
Dass die Herkunft nun nicht mehr in der unmittelbaren Umgebung, sondern bei Brimham Rocks verortet wird, macht die Errichtung des Monuments von einer einfachen Nutzung lokalen Materials zu einer Frage des Transports und der Organisation in größerem Maßstab. Die Feststellung, dass Gletscher bei diesem Prozess keine Rolle spielten, macht es erforderlich, die Bewegung der 25 Tonnen schweren Blöcke im Hinblick auf die Planungs-, Koordinations- und Ingenieursfähigkeiten neolithischer Gemeinschaften zu bewerten. Die Bestätigung, dass das Battle Cross Monument einer der verschollenen Steine ist, ermöglicht es, durch die Verbindung historischer Aufzeichnungen mit wissenschaftlichen Analysen nachzuvollziehen, wie Teile des Monuments in späteren Epochen wiederverwendet wurden. Die geophysikalischen Befunde stützen zudem die Annahme, dass die heutigen drei Steine nicht die gesamte ursprüngliche Anordnung bilden; die tatsächliche Länge der Reihe, die Zahl der entfernten Steine und ihre mit der Great North Route verbundene Funktion sind noch nicht abschließend geklärt.