Die Studie des in Österreich ansässigen Unternehmens Aviloo zeigt, dass Batterien von Elektrofahrzeugen (EV) länger halten könnten, als Fahrer erwarten. Der Median der nutzbaren Kapazität lag bei 20 beliebten Modellen nach 150.000 km bei 87–94 %, nach 50.000 km bei 91–97 % und nach 100.000 km bei 88–95 %. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Fahrzeuge etwa 90 % ihrer Kapazität erhalten können.
Die Studie basiert auf mehr als 500.000 Tests, die zwischen 2022 und 2026 weltweit an 20 Modellen durchgeführt wurden, darunter Tesla Model Y und Volkswagen ID.4; chinesische Modelle wurden aufgrund unzureichender Daten nicht berücksichtigt. Batteriegarantien gelten in der Regel für acht Jahre oder 100.000 Meilen (160.000 km) und sehen vor, dass der Hersteller die Batterie ersetzt, wenn ihre Kapazität unter 70 % fällt.
Es wurde mitgeteilt, dass die Batteriealterung selbst innerhalb desselben Modells je nach Klima, Batteriegröße und Nutzungsgewohnheiten wie dem Parken variiert. Beim Nissan Leaf ZE1 erreichte der Unterschied nach 150.000 km 13,5 Prozentpunkte, was einem Reichweitenunterschied von etwa 29 km pro Ladung entspricht. Beim Tesla Model Y wurde ein Unterschied von 11, beim Volkswagen ID.4 von 11–12 und beim Hyundai Ioniq 5 von mehr als 12 Prozentpunkten gemessen.
Aviloo teilte mit, dass warme Klimazonen und das Parken der Fahrzeuge bei hohem Ladestand die Alterung beschleunigen; der ideale Bereich liege bei 30–70 %. Auch die drei größten EV-Organisationen im Vereinigten Königreich forderten ein verpflichtendes Zertifikat zum Batteriezustand.
Warum das wichtig ist
Diese Ergebnisse zeigen, dass der Batteriezustand für Besitzer von Elektrofahrzeugen nicht allein anhand der Kilometerleistung bewertet werden kann und dass die Nutzungsbedingungen bereits vor dem Erreichen der Garantiegrenze erhebliche Unterschiede bewirken können. Die Tatsache, dass der Garantieumfang daran geknüpft ist, dass die Kapazität unter 70 % sinkt, macht es erforderlich, dass Messmethoden und Fahrzeughistorie für die Fahrer transparenter werden. Die Forderung der Organisationen im Vereinigten Königreich nach einem Zustandszertifikat zeigt, dass es sich bei diesem Thema nicht nur um eine Präferenz der Nutzer, sondern auch um die Dokumentation und Überprüfung des Batteriezustands handelt. Die Ergebnisse sind jedoch auf 20 Modelle begrenzt und umfassen keine chinesischen Modelle; daher ist eine Verallgemeinerung auf den gesamten Markt nicht möglich. Die offene Frage ist, wie unterschiedliche Klimazonen und Nutzungsweisen bei der Bewertung der Garantie standardisiert werden sollen und ob das Zustandszertifikat verpflichtend eingeführt wird.