Der Entwickler eines Badminton-Aufschlagroboters, Travis Mitchell, hat einen kleinen industriellen Denso VS050-Roboterarm für diesen Zweck umgebaut. Der Roboter nimmt den Federball mit einem pneumatischen Greifer aus einem Magazin, legt ihn auf rotierende Räder und schleudert ihn weg. Im Prototyp wurden die Metallteile mit einem 3D-Drucker hergestellt; aufgrund der Anforderungen an die Ein- und Ausgänge für die Steuerung kam anstelle eines Raspberry Pi Pico ein ATmega AVR zum Einsatz.
Bei den Tests stellte sich heraus, dass die Hochgeschwindigkeitsscheiben, die den Federball greifen, ausgewogen sein und sich nicht zu stark verformen dürfen. Letztlich zeigte sich, dass 3D-gedruckte Kunststoffscheiben mit einem Silikonstreifen auf der Greiffläche ihre Funktion erfüllten.
Warum das wichtig ist
Das Projekt zeigt, dass ein industrieller Roboterarm nicht nur in Produktionsprozessen eingesetzt, sondern auch so umgerüstet werden kann, dass er eine bestimmte Sportbewegung ausführt. Die eigentliche technische Herausforderung besteht hier darin, dass die dafür erforderlichen Komponenten gleichzeitig die Anforderungen an Ausgewogenheit, Flexibilität und Steuerung erfüllen müssen – deshalb sind mechanische Konstruktion und die Auswahl der Elektronik unmittelbar miteinander verknüpft. Für Entwickler, die ähnliche robotische Aufbauten realisieren, bietet dieser Ansatz weniger ein fertiges Produkt als vielmehr ein Beispiel dafür, wie sich unterschiedliche Komponenten durch praktische Erprobung aussortieren lassen. Offen bleibt jedoch, in welchem Maß der Prototyp die Aufschläge wiederholbar ausführt, wie präzise sich Geschwindigkeit und Richtung des Abschusses steuern lassen und wie langlebig die Komponenten bei einer längeren Nutzung sind.