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Reaktionen auf eine „Kefije“ bei einer Terrorübung in Japan

Aktualisiert: 23.09.2026 · 2 Min. Lesezeit · 294 Wörter

Veröffentlicht: · Meldung erreichte uns: · Verarbeitungszeit: 34 Std. 52 Min.

Reaktionen auf eine „Kefije“ bei einer Terrorübung in Japan
Ein gefalteter Poşu in der Ausbildungseinrichtung

Das japanische Außenministerium wurde kritisiert, weil die bei einer am 10. September abgehaltenen Terrorismusbekämpfungsübung verwendeten Kleidungsstücke das Klischee eines nahöstlichen oder muslimischen „Terroristen“ widerspiegelten. Auf den Fotos war zu sehen, dass die als Terroristen eingesetzten Mitarbeiter Kopfbedeckungen trugen, die an traditionelle arabische Kefiyyas erinnerten, und dass eine Person einer Geisel einen Sack über den Kopf zog. Nach den Reaktionen wurden die Fotos entfernt. Das Ministerium erklärte, die Kleidung sei nicht nach einer bestimmten ethnischen Gruppe, Region oder Religion gestaltet worden, und bedauerte das Missverständnis. Außenminister Toshimitsu Motegi sagte, man nehme die Kritik ernst und die Übung sei im Hinblick auf den Schutz japanischer Staatsbürger wichtig. In einer staatlichen Einrichtung in Tokio wurden bei einer von einem Sicherheitsunternehmen durchgeführten Schulung Lehren aus dem Anschlag von Dhaka im Juli 2016 verwendet. Bei dem Anschlag kamen nach einer 12-stündigen Belagerung 22 Menschen ums Leben, darunter 7 japanische Staatsbürger. In Japan werden solche Übungen seit 2018 durchgeführt.

Warum das wichtig ist

Der Vorfall zeigt, dass die Ausbildung zur Terrorismusbekämpfung nicht nur anhand von Sicherheitsszenarien, sondern auch anhand der dabei verwendeten visuellen und kulturellen Zeichen bewertet wird. Insbesondere bei einer auf den Lehren aus dem Anschlag von 2016 beruhenden Übung rückt die Frage in den Vordergrund, wie die Ausbildung konzipiert wurde, wenn zwischen der angestrebten Sicherheitsbotschaft der Übung und der durch Kostüme und Accessoires erzeugten Wahrnehmung ein Widerspruch entsteht. Das Entfernen der Fotos und die Erklärung des Bedauerns durch das Ministerium waren zwar Schritte zum Umgang mit den Reaktionen, doch bleibt offen, wie die verwendeten Materialien ausgewählt wurden und was geändert werden soll, damit sich ein ähnliches Missverständnis nicht wiederholt. Damit rückt die Entwicklung die Verantwortung in den Fokus, bei der Ausbildung von Sicherheitspersonal Stereotype zu vermeiden, sowie die Frage, wie die aus Anschlägen gewonnenen Lehren vermittelt werden sollen.

Quelle: Independent Türkçe