Der große tafelförmige Eisberg, der sich im August 2026 vom Petermann-Gletscher im Nordwesten Grönlands löste, blieb auf der Joe-Insel stecken, während er aus dem Fjord des Gletschers in die Naresstraße driftete. Aufnahmen, die NASA am 23. und 24. August mit dem Satelliten Landsat 9 gemacht hatte, zeigten, dass der Eisberg an der Insel vorbeidrehte und in die Meerenge gelangte.
Der etwa 76 Quadratkilometer (29 Quadratmeilen) große Eisberg war von ähnlicher Größe wie die Insel St. Thomas auf den Amerikanischen Jungferninseln. Das Abbrechen war die größte Gletscherkalbung an einem arktischen Gletscher seit 2020. Da der Petermann-Gletscher zu den großen marinen Endgletschern gehört, die den Durchfluss des Eises vom Grönländischen Eisschild in den Ozean kontrollieren, sind Veränderungen seiner Stabilität im Hinblick auf den Anstieg des Meeresspiegels von Bedeutung.
Das Ereignis wurde am 4. August von Adam Garbo, einem Doktoranden der Glaziologie an der Universität Ottawa, auf Aufnahmen der Europäischen Weltraumorganisation Sentinel-1 entdeckt. Garbo und sein internationales Team überwachten den Gletscher mit Methoden der Fernerkundung. Die neue Eisinsel war kleiner als das 130 Quadratkilometer große Stück, das sich 2012 löste; die vorherigen großen Abbrüche waren 2008 etwas mehr als 31 und 2010 etwas mehr als 250 Quadratkilometer groß.
Die Forscher erklärten, dass zwei große Risse künftig neue Eisinseln von etwa 94 und 84 Quadratkilometern bilden könnten, der Zeitpunkt jedoch ungewiss sei. Der Glaziologe Mauri Pelto vom Nichols College verfolgte den Eisberg ebenfalls anhand von Landsat-Aufnahmen.
Warum das wichtig ist
Dieser Abbruch kann nicht lediglich als die Verlagerung eines einzelnen Eisbergs betrachtet werden, da der Petermann-Gletscher zu den marinen Enden zuströmenden Gletschern gehört, die Eis vom Grönländischen Eisschild in den Ozean transportieren. Eine solche Aufspaltung erfordert, Veränderungen in der Stabilität des Gletschers zu verfolgen; der Zusammenhang mit dem Anstieg des Meeresspiegels hängt davon ab, wie sich der Eisverlust fortsetzt. Satellitenbilder ermöglichen es den Forschern, den Fortschritt der Risse und die Bewegung der Eismassen zu verfolgen, ohne das Gebiet vor Ort erreichen zu müssen. Die zentrale offene Frage ist, ob die beiden anderen großen Risse im Gletscher zu neuen Abbrüchen führen werden und wann dies geschehen könnte. Daher ist die Entwicklung insbesondere für Glaziologen und Forscher von Bedeutung, die den Eisverlust in Grönland beobachten.