Igor von My Tech Fun verglich PC-ABS-Teile, die auf einem industriellen 3D-Drucker gedruckt wurden, mit solchen, die auf Maschinen der Verbraucherklasse hergestellt wurden. Die Untersuchung knüpfte an Igors früheren Vergleich von industriell und mit Verbrauchermaschinen gedrucktem ABS an. Er testete Polymaker-PC-ABS-Filament auf dem Prusa Core One L und dem Bambu Labs H2D; die industriellen Drucke testete er auf dem Stratasys Fortus 450mc mit einem speziellen PC-ABS-Filament. PC-ABS soll die Vorteile von Polycarbonat und ABS bei Haltbarkeit und Schlagfestigkeit vereinen, ist jedoch teurer und erfordert eine beheizte Kammer. Das Polymaker-Filament wurde bei 280 °C und einer Kammertemperatur von 60–65 °C gedruckt, das Stratasys-Filament dagegen bei 325 °C und einer Kammertemperatur von 95 °C. Die Druckzeit des Industriedruckers war zudem mehr als doppelt so lang. Die Teile wurden in verschiedenen Tests untersucht, bis sie brachen. Die Industriedrucke schnitten bei der Maßgenauigkeit besser ab, während die Drucke für den Heimgebrauch beim Erscheinungsbild überzeugten. Die Leistungsunterschiede waren meist gering und sprachen nicht immer zugunsten des industriellen Systems. PC-ABS aus dem Heimgebrauch lieferte zu deutlich niedrigeren Kosten ähnliche Ergebnisse.
Warum das wichtig ist
Der Vergleich zeigt, dass der Umstieg auf industrielle Ausrüstung bei der Verwendung von PC-ABS nicht in jedem Fall automatisch einen Leistungsgewinn bringt. Dadurch können diejenigen, die mit kostengünstigeren Desktop-Maschinen produzieren, den Vorteil industrieller Systeme anhand konkreter Testergebnisse abwägen – insbesondere bei der Wahl zwischen Festigkeit und Erscheinungsbild. Andererseits kann die überlegene Maßgenauigkeit des Industriedruckers für Nutzer, die Präzisionsteile herstellen, trotz der höheren Kosten und der längeren Druckzeit eine Rechtfertigung darstellen. Da die Ergebnisse mit unterschiedlichen Filamenten, Drucktemperaturen und Kammerbedingungen erzielt wurden, lassen sie sich jedoch nicht unmittelbar auf alle PC-ABS-Anwendungen übertragen; offen bleibt, bei welchen Produktionsanforderungen diese Unterschiede ausschlaggebend sein werden.