John Higgins suchte auf der CanJam SoCal 2026, einer Messe, die Boutique-Kopfhörerhersteller und Audio-Enthusiasten zusammenbringt, nach der Originalität, die ihm bei Mainstream-Produkten fehlte. Die von Head-Fi.org veranstaltete CanJam findet das ganze Jahr über an verschiedenen Orten statt, darunter London, Shanghai, New York City, Dubai und Southern California. Auf der Ausstellungsfläche im Irvine Marriott waren Marken wie Sennheiser, Focal, HiFiMan, Astell&Kern und Noble Audio vertreten. Die Aussteller präsentierten Kopfhörer, DACs, Verstärker, Mediaplayer und Kabel an Hörstationen mit Qobuz.
Higgins’ erster Halt war das in Portland ansässige Unternehmen Campfire Audio. Das Modell Chimera, das die Marke im Mai auf der CanJam Singapore vorgestellt hatte, verfügt über insgesamt neun Treiber pro Ohr. Der Kopfhörer mit „Quad-brid“-Design nutzt einen dynamischen Treiber für Bässe und untere Mitten, einen Balanced-Armature-Treiber mit zwei Membranen für die mittleren Frequenzen, zwei Balanced-Armature-Treiber für die Höhen sowie vier elektrostatische Hochtöner. Zusätzlich kommt zur Unterstützung des Basses Knochenleitung zum Einsatz. Trotz seiner Größe bot der Chimera mit kräftigen und klaren Bässen, luftigen Höhen und insbesondere detaillierten Mitten ein überzeugendes Hörerlebnis. Der Preis des Produkts liegt jedoch bei $7.500. Das Gehäuse aus Carbonfaser und Messing-Damascus, ein sechadriges Kabel und verschiedene Aufsatzoptionen gehören zu den Faktoren, die diesen hohen Preis ausmachen.
Auf der Messe waren auch erschwinglichere Produkte vertreten. Fosi Audio bot kabelgebundene In-Ear-Modelle für unter $150 an. Das $900 teure Dan Clark Audio Aeon Core fiel mit seiner breiten Klangbühne und der geschlossenen Bauweise auf. HiFiMans Arya-Modell für $1,449 mit integriertem Wi-Fi-Empfänger klang zwar gut, wurde wegen seiner offenen Bauweise in der Messeumgebung jedoch als schwer zu beurteilen eingestuft. Wi-Fi wurde als eine interessante, aber nach wie vor seltene Funktion bei Kopfhörern beschrieben, da sich verlustfreier Klang damit im Vergleich zu Bluetooth über größere Entfernungen übertragen lässt.
Ein weiteres Produkt, das Higgins’ Aufmerksamkeit erregte, war der Écoute TH2, der im vergangenen März auf Kickstarter finanziert wurde. Die Kopfhörer verfügen über einen integrierten Vakuumröhrenvorverstärker mit 6P1-Röhren, eine unabhängige Dual-Mono-Verstärkung für den linken und rechten Kanal, aktive Geräuschunterdrückung und einen 8-Band-Equalizer. Der für seinen bequemen Aufbau und seine wirksame Geräuschunterdrückung gelobte TH2 vermittelte dem Hörer bei Live-Aufnahmen das Gefühl, mitten auf der Bühne zu sein; allerdings wurde angemerkt, dass die oberen Frequenzen zu stark angehoben seien. Laut Higgins ermöglicht CanJam die Entdeckung solcher außergewöhnlichen Produkte abseits des Mainstreams.
Warum das wichtig ist
Diese Tabelle zeigt, dass Innovationen auf dem Kopfhörermarkt nicht nur in der Suche nach einer besseren Klangqualität bestehen; unterschiedliche Treiberarchitekturen, Knochenleitung, integrierte Röhrenvorverstärker, Wi-Fi und aktive Geräuschunterdrückung sorgen für eine größere Vielfalt beim Produktdesign. Diese Innovationen gehen jedoch mit hohen Preisen und Einschränkungen einher, die von den jeweiligen Nutzungsbedingungen abhängen; dass ein Modell technisch fortschrittlich ist, bedeutet nicht, dass es in jeder Hörumgebung dasselbe Ergebnis liefert. Die Messe bietet Audio-Enthusiasten die Möglichkeit, Designs außerhalb des Mainstreams zu vergleichen, und zeigt zugleich, dass auch preisgünstigere Produkte Teil desselben Interesses sein können. Die zentrale offene Frage lautet, wie die Hersteller diese außergewöhnlichen Funktionen zwischen Klangqualität, Komfort und Erschwinglichkeit ausbalancieren werden.