Das US-amerikanische Startup Brimstone versucht, zwei Industrieprobleme in derselben Anlage zu lösen: Es will sowohl die Emissionen bei der Zementproduktion senken als auch kritische Mineralien im Inland produzieren.
Das 2019 gegründete Unternehmen mit Sitz in Oakland, Kalifornien, reduziert die Treibhausgasemissionen bei der Zementherstellung um etwa 60 %, indem es statt herkömmlichem Kalkstein Silikatgestein verwendet. Die herkömmliche Zementproduktion ist für etwa 8 % der weltweiten Kohlendioxidbelastung verantwortlich. Während das Unternehmen unter Biden diesen Klimanutzen in den Vordergrund stellte, betont es unter der Trump-Regierung nun seine Fähigkeit, aus denselben Gesteinen wertvolle Materialien zu gewinnen.
Brimstone hatte Anfang 2025 bekannt gegeben, Aluminiumoxid in Hüttenqualität, den Rohstoff für Aluminium, herstellen zu können, und erklärte Ende letzten Jahres, aus demselben Gestein in einer einzigen Raffinerie Stahl, Magnesium, Titan und andere kritische Mineralien produzieren zu können. CEO Cody Finke gibt an, der globale Markt für diese Materialien belaufe sich auf 2,4 Billionen Dollar, und das Unternehmen biete eine heimische Alternative zu Produkten, die heute größtenteils in China hergestellt werden. Das Unternehmen erhielt 2023 für sein Portlandzement-Verfahren eine Branchenzertifizierung durch unabhängige Dritte.
Allerdings hat Brimstone bislang noch nicht im kommerziellen Maßstab produziert. Die Trump-Regierung strich die für die geplante Anlage in Reno, Nevada, vorgesehene Förderung in Höhe von 189 Millionen Dollar. Finke sagt, die Gespräche über eine Wiederbewilligung der Mittel liefen noch.
Warum das wichtig ist
Da die Zementproduktion für etwa 8 Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich ist, stellt jede technologische Reduzierung in diesem Bereich für sich genommen einen großen Hebel in der Klimapolitik dar. Das Verfahren von Brimstone, bei dem aus demselben Gestein sowohl Zement als auch Aluminiumoxid, Magnesium und Titan gewonnen werden, vereint die Klimaagenda mit dem Ziel, die Abhängigkeit von China zu verringern, in einer einzigen Investition; dies positioniert das Unternehmen an der Schnittstelle der Debatten über Umwelt und Versorgungssicherheit. Dass das Unternehmen unter Biden den Klimanutzen und unter Trump kritische Mineralien in den Vordergrund stellte, zeigt, dass Clean-Tech-Startups gezwungen sind, sich je nach politischem Wind neu zu verpacken. Die Streichung der Förderung in Höhe von 189 Millionen Dollar zeigt jedoch, dass diese Positionierung nicht ausreichte, um die Bundesförderung zu bewahren, und erinnert an die Anfälligkeit öffentlicher Finanzierung für ähnliche Projekte. Obwohl die Zertifizierung bereits erteilt wurde, hat die kommerzielle Produktion noch nicht begonnen, was die Fragen offenlässt, ob das Verfahren im industriellen Maßstab funktionieren wird und ob das Unternehmen neue Finanzierung finden kann.