Verzug, der bei großen 3D-Drucken dazu führt, dass sich die Ecken vom Druckbett abheben, kann durch das Schrumpfen des Kunststoffs beim Abkühlen entstehen. Besonders scharfkantige, breite und ebene Flächen bergen ein höheres Risiko.
Um Verzug zu verhindern, können Brims verwendet werden, die die Kontaktfläche mit dem Druckbett vergrößern; auch Wandstärke und Füllmuster lassen sich anpassen. Eine der wirksamsten Methoden besteht darin, die breite Grundfläche des Modells durch ein flaches Raster in kleine Bereiche zu unterteilen und so die Spannungen zu verteilen. Werden Modelle entsprechend den Stärken und Schwächen des 3D-Druckers konstruiert, kann dies Druckfehler reduzieren und zugleich die Belastbarkeit der Teile erhöhen.
Warum das wichtig ist
Das Thema zeigt, dass große Teile nicht nur von den Druckereinstellungen abhängen, sondern auch von der Geometrie des Modells und einer auf den Fertigungsprozess abgestimmten Konstruktion. Daher können bei der Konstruktion von Teilen mit scharfen Ecken und großen ebenen Flächen die vor dem Druck getroffenen Entscheidungen ebenso entscheidend sein wie nachträgliche Korrekturen. Die Frage, wie die Spannungen über die Grundfläche verteilt werden, sollte sowohl im Hinblick darauf betrachtet werden, dass das Teil während des Drucks seine Form behält, als auch darauf, dass es im Gebrauch eine ausreichende Belastbarkeit bietet. Der Leitfaden enthält jedoch keine konkreten Kriterien dafür, welche Materialien, Temperaturen oder Einstellwerte unter welchen Bedingungen verwendet werden sollten; damit bleibt offen, wie sich die Empfehlungen bei unterschiedlichen Druckern und Kunststoffarten umsetzen lassen.