Arbeitssuchende greifen zunehmend auf künstliche Intelligenz zurück, um Formulare auszufüllen, Anschreiben zu verfassen und erste Fragen zu beantworten. Ein Experiment der Jobplattform Kickresume für Vertriebs- und Marketingpositionen zeigte jedoch, dass vollständig mit künstlicher Intelligenz erstellte Lebensläufe weniger erfolgreich waren. Von Menschen verfasste Lebensläufe erhielten bei 31 Prozent der 200 Bewerbungen eine positive Antwort. Bei ausschließlich von künstlicher Intelligenz erstellten Lebensläufen lag diese Quote bei 10 Prozent, während sie bei von Menschen an die Stellenbeschreibung angepassten KI-Texten auf 18 Prozent stieg.
Peter Duris, CEO von Kickresume, erklärte, dass die Anpassung von mit künstlicher Intelligenz erstellten Lebensläufen an die Formulierungen in der Stellenanzeige die Wahrscheinlichkeit einer Antwort deutlich erhöhen könne. Diese Anpassung kann dabei helfen, die Eignung des Bewerbers für die Position zu zeigen und sicherzustellen, dass der Lebenslauf vom Bewerbermanagementsystem gelesen werden kann. Anschreiben wurden in der Untersuchung nicht gesondert untersucht; zudem ist nicht bekannt, ob sich die Ergebnisse aus einem bestimmten Bereich in anderen Branchen wiederholen lassen. Die Studie deutet darauf hin, dass Arbeitgeber differenzierte Bewerbungen sehen möchten, die die Stärken und Persönlichkeiten der Bewerber widerspiegeln.
Warum das wichtig ist
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es für Arbeitssuchende sinnvoller ist, künstliche Intelligenz als Entwurfswerkzeug unter menschlicher Kontrolle zu nutzen, statt ihr die Erstellung des Lebenslaufs vollständig zu überlassen. Die Anpassung an die Sprache der Stellenanzeige rückt die Personalisierung in den Mittelpunkt der Bewerbung, da sie sowohl die Eignung des Bewerbers für die Position sichtbar machen als auch den Bewerbermanagementsystemen helfen kann, den Text zu lesen. Aus Sicht der Arbeitgeber zeigt sich hingegen, dass standardisierte Texte die Unterscheidung der Stärken und Persönlichkeiten der Bewerber erschweren können. Da das Experiment jedoch nur Positionen in Vertrieb und Marketing umfasste und Anschreiben nicht gesondert untersuchte, bleibt die grundlegende Frage offen, inwieweit sich die Ergebnisse auf andere Branchen und weitere Teile der Bewerbung übertragen lassen.