Gamers Nexus, Level1Techs und Sicherheitsforscher haben die Fähigkeit von LG-Fernsehern untersucht, Geräte im Netzwerk zu überwachen. Eine Analyse mithilfe von Wireshark und der TV-Software zeigte, dass einige Fernseher, darunter das G5-OLED-Modell von LG, Geräte im selben lokalen Netzwerk scannen können. Steve Burke, Chefredakteur von Gamers Nexus, sagte, dass das G5 Dutzende nicht verwandter Geräte im Netzwerk, darunter Smartwatches und Smartphones, erkannt habe.
Der Untersuchung zufolge können die Fernseher die IP-Adresse, den geografischen Standort, die Namen und Signalstärken nahegelegener Wi-Fi-Netzwerke, die Kanalnummern sowie die internen IP-Adressen anderer Geräte bestimmen, selbst wenn diese nicht mit dem Netzwerk verbunden sind. Unklar ist, ob diese Funktion neben der Werbung auch für Zwecke wie die Diagnose eingesetzt wird und ob sämtliche Informationen an LG übermittelt werden. LGs Werbeunternehmen LG Ad Solutions gibt an, in den USA auf 363 Millionen „addressable secondary devices“ zugreifen zu können.
LG Electronics erklärte hingegen, dass kompatible Geräte im selben Netzwerk für die Verbindung, die gemeinsame Nutzung von Inhalten und Smart-Home-Funktionen gescannt werden könnten; dies sei eine bei Smart-TVs und Haushaltsgeräten verbreitete Funktion. Das Unternehmen erklärte, dass der Fernseher, wenn die „Far-Field“-Funktion zuvor aktiviert worden sei, im Standby-Modus nur auf das Aktivierungswort höre. Wenn das Wort nicht erkannt werde, werde der Ton auf dem Fernseher verarbeitet, umgehend gelöscht und nicht an LG-Server gesendet. LG betonte außerdem, dass Umgebungsunterhaltungen weder gesammelt noch aufgezeichnet oder übertragen würden, solange der Nutzer die Sprachfunktion nicht bewusst aktiviere.
Im Video wurde außerdem gezeigt, dass der Fernseher Umgebungsgeräusche aufzeichnen konnte, während er nicht mit dem Internet verbunden war. Burke sagte, dass die Audiodaten lokal im Klartext gespeichert und an LG gesendet werden könnten, wenn der Fernseher wieder mit dem Internet verbunden werde. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die Nutzung des Fernsehers ausschließlich als Monitor möglicherweise nicht alle Funktionen deaktiviert. Es wurde betont, dass das Thema nicht nur LG betrifft, da sich Geräte automatisch mit offenen Wi-Fi-Netzwerken in der Nähe verbinden können. Die Erkenntnisse verstärkten die Datenschutzbedenken hinsichtlich der Möglichkeit, dass selbst nicht mit dem Internet verbundene Smart-TVs die Aktivitäten der Nutzer überwachen können.
Warum wichtig
Diese Erkenntnisse erfordern von Nutzern, die den Fernseher lediglich als Bildschirm zur Bildwiedergabe betrachten, die Rolle des Geräts innerhalb des Heimnetzwerks neu zu bewerten. Dass einige Funktionen selbst bei unterbrochener Internetverbindung fortbestehen, zeigt, dass der Offline-Betrieb im Hinblick auf Überwachungs- und Audiodaten keine automatische Absicherung darstellt. Insbesondere für diejenigen, die Telefone, Smartwatches und andere Haushaltsgeräte mit demselben Netzwerk verbinden, geht es weniger um das Verhalten eines einzelnen Fernsehers als um die Grenzen des Datenzugriffs zwischen den Geräten. Die zentrale offene Frage ist, zu welchen Zwecken die gescannten Informationen verarbeitet werden und wie viele davon LG erreichen; obwohl das Unternehmen Gründe im Zusammenhang mit Kompatibilität und Funktionalität erläutert, lässt die Behauptung, dass Audiodaten nach einer erneuten Verbindung gesendet werden könnten, den Umfang dieser Zusicherung unklar.