Im Vereinigten Königreich berichteten die Ärzte Mara Znagoveanu und Edward Artley über einen Fall des „toasted skin syndrome“ am Bauch eines Kindes, das täglich einen Laptop benutzte. Das Kind im „mid-childhood“-Alter hatte etwa 15 Zentimeter (6 Zoll) große, schmerzlose und nicht druckempfindliche, rotbraune, netzartig wirkende Flecken. Das Kind und seine Familie erinnerten sich zunächst an kein Trauma; bei der Untersuchung wurden keine weiteren Haut- oder Organprobleme festgestellt. Die Pflegekräfte beurteilten die Flecken als „spontaneous bruising“.
Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigte eine kleine Verschattung über der linken Lunge. Während der Blutuntersuchungen berichtete das Kind, etwa eine Woche zuvor beim Spielen mit seinen Geschwistern gegen einen Stuhl gestoßen worden zu sein, dies jedoch verschwiegen zu haben, weil es nicht wollte, dass seine Geschwister Schwierigkeiten bekamen. Die daraufhin durchgeführte Computertomographie (CT) zeigte abgesehen von dem kleinen Befund in der Lunge keine inneren Bauchverletzungen. Das Kind wurde mit einer kurzzeitigen Antibiotikabehandlung gegen Lungeninfektionen aus dem Krankenhaus entlassen.
Zwei Wochen später waren die Flecken größer, dunkler und druckempfindlich geworden; es hatten sich rosafarbene Bereiche gebildet, und die Haut begann sich zu verändern. Die Ärzte erfuhren, dass das zu Hause unterrichtete Kind seine Schulaufgaben mit dem Laptop auf dem Bauch bis zu acht Stunden täglich erledigte, manchmal auch während dieser aufgeladen wurde. Daraufhin lautete die Diagnose erythema ab igne (EAI), verursacht durch eine langfristige und wiederholte Einwirkung geringer Wärme. Der normalerweise gutartige und reversible Zustand bildete sich innerhalb von Monaten vollständig zurück, nachdem die Wärmequelle entfernt worden war.
Warum das wichtig ist
Der Fall zeigt, dass die tägliche Nutzung von Technologie bei Kindern nicht nur anhand der Bildschirmzeit, sondern auch danach beurteilt werden sollte, wie das Gerät den Körper berührt. Besonders bei Kindern, die den Laptop über längere Zeit auf dem Bauch halten und dies auch während des Ladevorgangs tun, ist es wichtig, schmerzlos beginnende Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen. Dass die Spuren für Verletzungen oder spontane Blutergüsse gehalten werden können, zeigt, dass die Expositionsanamnese für die Diagnose entscheidend sein kann. Dass die Hautbefunde größer und dunkler werden und sich zu verschlechtern beginnen, zeigt, dass sich das Krankheitsbild bei anhaltendem Kontakt mit der Wärmequelle weiterentwickeln kann, während in diesem Fall durch die Entfernung der Wärmequelle innerhalb von Monaten eine vollständige Rückbildung erreicht wurde. Dennoch ist durch diesen Fall nicht beantwortet, bei welcher Nutzungsdauer und unter welchen Kontaktbedingungen ähnliche Symptome auftreten können.