CH-53 Sea Stallion wurde 1966 in Dienst gestellt. Die Rotoren des Hubschraubers, der schwere Lasten transportieren kann, bestehen je nach Modell aus 6 oder 7 Rotorblättern. Das Sicherheitsproblem bestand darin, Metallrisse in den Rotorblättern zu erkennen, bevor sie sich zu einer Katastrophe entwickelten. Bei den frühen Modellen bestand der Hauptträger aus stranggepresstem Aluminium, bei CH-53D und anderen Varianten dagegen aus kaltumgeformtem Titan. Da die Rotorblätter mit Stickstoff unter Druck gesetzt werden, führen Risse zu Gaslecks; die Barber-Pole-Anzeige auf den Rotorblättern informierte die Techniker am Boden schnell über den Zustand. Begann der Defekt jedoch während des Fluges, mussten die Piloten sofort gewarnt werden. Der Einsatz von Elektronik in den rotierenden Rotorblättern und die Verlegung eines Kabels vom Rotorkopf waren zu dieser Zeit weder zuverlässig noch praktikabel. Die Lösung war IBIS, die Abkürzung für Inflight Blade Monitoring System. Das System erkennt mit einem Geigerzähler im Hubschrauber die von Strontium-90 in der Druckanzeige ausgesandten Betastrahlen und benötigt dadurch weder Batterien noch Elektronik am Rotorblatt. Während bei den neuesten CH-53-Versionen heutzutage Defekte an Verbundwerkstoff-Rotorblättern per Glasfaser überwacht werden, wird IBIS bei den älteren Varianten weiterhin eingesetzt.
Warum wichtig
Dieses System zeigt, dass die Sicherheit bei Schwerlasthubschraubern nicht nur von der Belastbarkeit des Rotorblatts abhängt, sondern auch davon, ob ein Defekt während des Fluges erkannt werden kann. Die in einer Zeit entwickelte Methode, in der der Einsatz von Elektronik an rotierenden Teilen schwierig war, schließt die Lücke zwischen den Kontrollen der Wartungsteams am Boden und der Aufmerksamkeit der Piloten während des Fluges. Daher ist das Thema insbesondere für Einheiten von Bedeutung, die ältere CH-53-Varianten betreiben, sowie für die Techniker, die für die Wartung dieser Luftfahrzeuge verantwortlich sind. Dass bei den neueren Versionen auf faseroptische Überwachung umgestellt wurde, zeigt, dass bei Hubschraubern verschiedener Generationen unterschiedliche technische Antworten auf dasselbe Sicherheitsbedürfnis gegeben wurden. Wie lange IBIS bei den älteren Varianten noch eingesetzt wird, bleibt im Text offen.