Der Vorsitzende der Zafer Partisi, Ümit Özdağ, besuchte den stellvertretenden Vorsitzenden von Türk-İş und Vorsitzenden der Gewerkschaft Yol-İş, Ramazan Ağar. In der Erklärung im Anschluss an das Treffen wurde die Entscheidung kritisiert, Brücken und Autobahnen für 30 Jahre zu privatisieren.
Özdağ erklärte, sie hätten gemeinsam die möglichen Folgen der Entscheidung für die Straßenbauarbeiter angesichts der Auswirkungen der Wirtschaftskrise bewertet. Özdağ bezeichnete die Entscheidung als inakzeptabel und warf vor, durch den Verkauf Mittel für die Wahlwirtschaft schaffen zu wollen. Özdağ erklärte, die Zahlen des Ministeriums, wonach Brücken und Autobahnen jährlich 600 Millionen Dollar einbrächten und 300 Millionen Dollar an Ausgaben verursachten, entsprächen nicht der Realität. Die jährlichen Einnahmen beliefen sich auf 826 Millionen Dollar, die Ausgaben hingegen auf 20 Millionen Dollar. Özdağ erklärte, die Pachtgebühr werde künftig durch Preiserhöhungen auf die Bevölkerung abgewälzt, und sagte, sie würden das Thema auf der Tagesordnung halten.
Ağar erklärte seinerseits, er habe den Vorstand der Vorsitzenden zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, um über den Verkauf der Autobahnen zu beraten, und das Thema werde morgen auf den Tisch kommen. Ağar forderte, die Übertragung der staatlichen Autobahnen für 30 Jahre erneut zu überdenken.
Warum wichtig
Die Entscheidung sorgt für eine Debatte darüber, wie die öffentliche Verkehrsinfrastruktur betrieben und wie die daraus erzielten Einnahmen verwendet werden sollen. Der Einwand der Privatisierungsgegner beschränkt sich nicht nur auf die Kostenberechnung, sondern umfasst auch die Arbeitsbedingungen der Straßenbauarbeiter sowie die möglichen Auswirkungen der Mautgebühren auf die Bürger. Die Differenz zwischen den Einnahmen- und Ausgabenberechnungen des Ministeriums und Özdağs zeigt, dass die wirtschaftlichen Gründe für die Entscheidung eingehender geprüft werden müssen. Die Einberufung des Vorstands der Vorsitzenden durch die Gewerkschaft zu einer außerordentlichen Sitzung zeigt, dass das Thema aus Sicht der Beschäftigten einer institutionellen Bewertung unterzogen wird. Die zentrale offene Frage lautet, ob die Entscheidung zur Übertragung für 30 Jahre erneut geprüft wird und auf welcher Berechnungsmethode die der Öffentlichkeit vorgelegten Finanzdaten beruhen.
Hintergrund
Özdağ ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir eine Nachricht veröffentlicht, in der dieser Name vorkam; der Artikel stammt vom 2. September 2026.