Farador war ein Elektrotherapiegerät, von dem behauptet wurde, es heile alle Krankheiten. Im Gegensatz zu ähnlichen batteriebetriebenen Geräten beruhte es zwar auf der Behauptung, thermoelektrischen Strom zu erzeugen, doch wies das Gerät keine deutlich ausgeprägte warme und kalte Seite auf; zwischen den Elektroden konnten etwa 20-30 mV gemessen werden. Untersuchungen zeigten, dass sich im Inneren von Farador kein Mechanismus befand und das Gerät sich wie ähnliche gefälschte medizinische Geräte weitgehend auf den Placeboeffekt stützte. Die komplizierten Anweisungen und der Eindruck fortschrittlicher Technologie des Geräts wurden als Faktoren bewertet, die diesen Effekt verstärkten.
Warum das wichtig ist
Das Beispiel Farador zeigt, wie nicht der Funktionsmechanismus eines Geräts, sondern vielmehr sein technisches Erscheinungsbild und seine komplizierte Anwendung bei Menschen Vertrauen schaffen können. Daher beschränkt sich das Thema nicht nur auf ein früheres gefälschtes medizinisches Gerät, sondern ist auch für Personen relevant, die Produkte mit ähnlichen Behauptungen bewerten. Dass das Gerät trotz eines messbaren elektrischen Unterschieds weder einen deutlichen Temperaturunterschied noch einen Mechanismus aufwies, zeigt, dass technische Begriffe allein nicht als Beweis gelten können. Die offene Frage ist, in welchem Maß diese den Placeboeffekt verstärkenden Faktoren die Entscheidungen der Nutzer bestimmten und wie die komplexe Darstellung den Eindruck von Glaubwürdigkeit weiter verstärkte.