Linux-basierte Handheld-Computer wirken dank Einplatinencomputern theoretisch einfach und günstig, doch die Kosten steigen meist auf dreistellige Beträge. [bkovac] verwendete dafür einen MF800-4G-Hotspot, der auf AliExpress für rund 20 Dollar/Euro/Pfund verkauft wird, zusammen mit einer iPhone-USB-Tastaturhülle und einem Adafruit-Sharp-Speicherdisplay. Der MF800 verfügt über einen Qualcomm MSM8916-Prozessor (Snapdragon 410) und stellt mit Mainline-Linux-Unterstützung eine günstige Alternative zum Raspberry Pi dar. Das Modemgehäuse und die PCB werden verändert, die Tastatur wird eingebaut und eine eigene Stromversorgungsplatine vorbereitet. Um das Display zum Laufen zu bringen, sind umfassende Software-Hacks erforderlich.
Warum wichtig
Das Projekt zeigt, dass die Kosten bei der Entwicklung eines Linux-basierten tragbaren Computers nicht nur aus den Preisen der verwendeten Teile bestehen. Zwar ist es möglich, einen günstigen 4G-Hotspot anderweitig zu nutzen, doch dafür sind Änderungen am Modemgehäuse und an der Leiterplatte, die Vorbereitung einer eigenen Stromversorgungsplatine sowie umfassende Software-Anpassungen für das Display erforderlich. Daher bietet der Ansatz eher eine Do-it-yourself-Option für Nutzer mit Hardware- und Softwarekenntnissen als ein fertiges Produkt. Zugleich zeigt er für diejenigen, die nach Alternativen zu verbreiteten Plattformen wie Raspberry Pi suchen, dass vorhandene Kommunikationshardware in einen anderen Einsatzbereich übertragen werden kann. Wie reibungslos die Display-Unterstützung und die vorgenommenen Hardwareänderungen im täglichen Gebrauch funktionieren werden, bleibt jedoch offen.