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Neue Entdeckung zur Religiosität im antiken Rom wirft Licht auf den „intimsten Bereich“

Aktualisiert: 12.09.2026 · 2 Min. Lesezeit · 309 Wörter

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Neue Entdeckung zur Religiosität im antiken Rom wirft Licht auf den „intimsten Bereich“
Antike Marmorreste

Archäologen haben in der Villa des Kaisers Hadrian in der italienischen Stadt Tivoli nahe dem Amphitheater eine gravierte Marmorplatte entdeckt, die sich an der Stelle ihrer ursprünglichen Bestattung befand. Auf der Platte steht die Inschrift „FVLGVR SVBMANIVM“, die auf Summano, den Gott der nächtlichen Blitze im antiken Rom, verweist und besagt, dass der Blitz in der Nacht eingeschlagen sei.

Die Forschenden bringen die Bestattung der Platte mit der rituellen Heiligung von vom Blitz getroffenen Orten und dem göttlichen Eingreifen durch den Blitz in Verbindung. In der römischen Zeit galten diese Orte als heilig; vom Blitz getroffene Gegenstände wurden gesammelt und unter der Erde bestattet. Die Blitze am Tag wurden Jupiter, die Blitze in der Nacht hingegen Summano zugeschrieben.

Der Grabungsdirektor Fabio Giorgio Cavallero bezeichnete es als außergewöhnlichen Befund, dass die Inschrift an ihrem ursprünglichen Standort erhalten geblieben ist; die Entdeckung könne die Neuanordnung der Räume in der Villa Adriana und die Umgestaltung des monumentalen Areals erhellen, sagte er. Alberto Samonà erklärte, der Fund werfe Licht auf die privaten Rituale der römischen Frömmigkeit. Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli bewertete die Entdeckung als seltenen Beleg für römische Rituale.

Warum wichtig

Der Fund ist insofern von Bedeutung, als er zeigt, dass die römische Religion nicht nur aus öffentlichen Zeremonien bestand, sondern Naturereignisse wie Blitze bestimmte Orte durch Rituale heiligen konnten. Die Zuordnung der Blitze bei Tag und bei Nacht zu unterschiedlichen Göttern bietet Forschenden, die die Unterschiede im religiösen Verständnis der damaligen Zeit und die materiellen Spuren dieser Glaubensvorstellungen untersuchen, einen einzigartigen Beleg. Dass die Platte an ihrem Fundort erhalten geblieben ist, ermöglicht es, die Inschrift nicht isoliert, sondern gemeinsam mit der Nutzung und der räumlichen Anordnung der Villa Adriana zu bewerten. Daher wirft die Entdeckung erneut die Fragen auf, wie das monumentale Areal im Laufe der Zeit neu angeordnet wurde und mit welchen Räumen der Villa die rituellen Praktiken verbunden waren.

Quelle: Independent Türkçe