Die Demokratik Kurumlar Platformu organisierte anlässlich des Weltfriedenstags am 1. September einen Marsch in Diyarbakır. Der Marsch begann vor der DEM Parti Bağlar İlçe Başkanlığı und endete im Stadtteil Ofis. An der Aktion nahmen die Eş Genel Başkanı von DEM Parti, Tülay Hatimoğulları, die Diyarbakır Büyükşehir Belediye Eş Başkanı Ayşe Serra Bucak Küçük, Abgeordnete, Belediye Eş Başkanları, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie zahlreiche weitere Personen teil.
Hatimoğulları erklärte, dieser Tag sei ausgerufen worden, damit die Zerstörung und die Toten des Zweiten Weltkriegs, der am 1. September 1939 begonnen hatte, nicht vergessen würden. Mit Blick auf den Prozess „Barış ve Demokratik Toplum“ sagte Hatimoğulları, es müsse ein ehrenvoller Frieden geschaffen werden, ohne die vergangenen Leiden und die dafür gezahlten Preise zu vergessen.
Sie erklärte, Frieden bedeute Gerechtigkeit, Demokratie, gleichberechtigte Brüderlichkeit, Bildung in der Muttersprache, Freiheit, die Freilassung politischer Gefangener, eine Zukunft für die Jugendlichen und die Gleichstellung der Frauen. Sie betonte, Frieden sei keine Passivität, sondern ein aktiver und mutiger Wille zum Aufbau der Demokratie. Hatimoğulları sagte, die Sprache des Friedens liege in der Verantwortung aller, die Tränen der Mütter seien allen gemeinsam und Leiden dürften nicht gegeneinander aufgerechnet werden.
Warum wichtig
In der Rede wurde Frieden nicht nur als ein auf die Beendigung von Konflikten beschränktes Ziel behandelt, sondern gemeinsam mit Gerechtigkeit, Demokratie, Gleichheit, Freiheit und gesellschaftlichen Rechten. Dieser Ansatz zeigt, dass das Treffen in Diyarbakır über seinen Charakter als Gedenkveranstaltung hinaus auch Themen wie die Situation politischer Gefangener, Bildung in der Muttersprache, die Gleichstellung der Frauen und die Zukunft der Jugendlichen im selben Rahmen zur Diskussion stellte. Die Betonung, dass die in der Vergangenheit erlittenen Schmerzen nicht vergessen werden dürften, deutet darauf hin, dass der angestrebte Frieden nicht unabhängig von Fragen des gesellschaftlichen Gedächtnisses und der Aufarbeitung gedacht wird. Der Aufruf, die Sprache des Friedens liege in der Verantwortung aller, macht deutlich, dass der Prozess nicht nur politischen Akteuren, sondern auch verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen Verpflichtungen auferlegt. Offen bleibt, wie diese Grundsätze in konkrete und gemeinsame Schritte umgesetzt werden.