Dolph Lundgren erklärte, dass er in der schwersten Phase seiner Krebsbehandlung darüber nachgedacht habe, sich das Leben zu nehmen, und seinen Bruder Johan dabei um Hilfe gebeten habe. Der 68-jährige Star aus Rocky 4 schrieb in seinen neuen Memoiren *Fights Worth Fighting: Finding Strength in Struggle*, dass er Länder wie die Schweiz in Betracht gezogen habe, die unheilbar Kranken eine legale Möglichkeit zum Suizid bieten.
Bei Lundgren war 2015 Nierenkrebs diagnostiziert worden, und 2020 hieß es, die Tumoren hätten sich ausgebreitet. Die Krebsspezialistin Dr. Alexandra Drakaki untersuchte die Proben Anfang 2022 erneut und stellte fest, dass die Diagnose falsch gewesen sei und es sich bei der Erkrankung tatsächlich um Lungenkrebs gehandelt habe. Der Schauspieler berichtete, dass er in dieser Zeit depressiv gewesen sei und die Hoffnung beinahe verloren habe.
Lundgren gab 2024 bekannt, den Krebs besiegt zu haben. In einem Video, das in einem Krankenhaus in Los Angeles aufgenommen wurde, sagte er, dass er sich einer Lungenablation unterziehen werde, um den letzten Tumor zu beseitigen. Laut Mayo Clinic handelt es sich dabei um ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Tumorgewebe durch Erhitzen oder Kühlen zerstört wird. Der Schauspieler bedankte sich für die unterstützenden Nachrichten und sagte: „Es braucht schon etwas mehr, um mich kleinzukriegen.“
Warum das wichtig ist
Lundgrens Erfahrungen zeigen, dass die Genauigkeit einer Diagnose bei der Krebsbehandlung nicht nur ein medizinisches Detail ist, sondern den weiteren Weg und den psychischen Zustand des Patienten unmittelbar beeinflussen kann. Die Neubewertung der zunächst als Nierenkrebs eingestuften Erkrankung als Lungenkrebs rückt die Folgen einer erneuten Untersuchung früherer Informationen und Proben, wenn dies erforderlich ist, in den Fokus. Die Schilderung von Suizidgedanken macht deutlich, dass psychologische Unterstützung während schwerer Krankheitsphasen nicht losgelöst von Therapieentscheidungen betrachtet werden kann. Dass er über die gesetzlichen Regelungen in Ländern wie der Schweiz nachdenkt, macht auch die Debatte über die unheilbare Krankheit, das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung und die Grenzen des Gesundheitssystems sichtbar. Allerdings bleibt offen, in welchem Ausmaß die Fehldiagnose die Behandlung verändert hat und welche Unterstützung in vergleichbaren Fällen angeboten wird.