Nach Angaben westlicher Beamter und Forscher fließen trotz der US-Sanktionen jedes Jahr iranische Gelder in Höhe von Milliarden Dollar über vorübergehende Konten bei US-Banken, und zwar durch ausländische Banken mit Korrespondenzbankbeziehungen. Das US-Finanzministerium erklärte, dass sich dieses Volumen 2024 auf nahezu 9 Milliarden Dollar belief. Das seit mehr als einem Jahrhundert genutzte Korrespondenzbankensystem ermöglicht internationale Dollartransaktionen, bietet aber zugleich die Möglichkeit, Zahlungen mithilfe von Scheinfirmen und Vermittlern zu verschleiern.
Das Finanzministerium erklärte am 28. August, dass die Niederlassung von Banque Misr in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis zu 1,8 Milliarden Dollar über Korrespondenzkonten in den USA für Unternehmen transferiert habe, die möglicherweise mit den Schattenbankennetzwerken Irans verbunden seien. Washington nahm diese Niederlassung im Rahmen der Operation zur wirtschaftlichen Ausgrenzung ins Visier; die Einrichtung unterhält Beziehungen zu drei Banken in den USA.
Während die USA ausländische Einrichtungen, die als Vermittler fungieren, mit sekundären Sanktionen bedrohen, warnt das Finanzministerium vor Scheinfirmen. Experten weisen darauf hin, dass umfassende Beschränkungen Länder dazu bewegen könnten, sich dem chinesischen Yuan zuzuwenden, und damit die Stellung des Dollars schwächen würden. Elaine Dezenski sagte, es sei schwierig, die Geldströme zu verfolgen, aber nicht unmöglich. Gene Lange erklärte, sie gingen schneller und aggressiver gegen Vermittler vor. Alex Zerden und Jason Prince warnten, übermäßiger Druck könne die Suche nach Alternativen zum Dollar und Kettenreaktionen verstärken.
Warum das wichtig ist
Diese Tabelle zeigt, dass die Sanktionen nicht nur Institutionen betreffen, die Geschäfte mit Iran tätigen, sondern auch ausländische Banken, die bei Dollartransfers als Vermittler fungieren, sowie deren Beziehungen zu amerikanischen Banken direkt beeinflussen. Das Korrespondenzbankensystem ermöglicht zwar die Aufrechterhaltung globaler Zahlungen, kann jedoch zugleich über Scheinfirmen und Vermittler Lücken bei der Kontrolle schaffen; deshalb ist der Umfang der Sanktionsdurchsetzung ebenso wichtig wie die Nachverfolgbarkeit der Finanzströme. Washingtons härtere Schritte erhöhen die rechtlichen und geschäftlichen Risiken für vermittelnde Institutionen, während die Warnungen von Experten darauf hindeuten, dass der Sanktionsdruck die Hinwendung zu Zahlungswegen außerhalb des Dollars beschleunigen könnte. Die offene Frage ist, wie die USA Kettenreaktionen verhindern werden, die die internationale Nutzung des Dollars schwächen könnten, während sie mit Iran verbundene Finanzströme begrenzen.
Hintergrund
Die USA sind im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 17 Nachrichten veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; die jüngste datiert vom 5. September 2026.