Metallurgische Siliziumtechnologie als Alternative zu Graphit
Das in Kalifornien ansässige Batterieunternehmen Coreshell Technologies hat vom Office of Manufacturing Deployment des US-Energieministeriums (DOE) einen Zuschuss in Höhe von 50 Millionen Dollar erhalten. Diese Finanzierung im Rahmen des Infrastructure Investment and Jobs Act soll für den Bau der ersten US-Gigafabrik für Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, die in der Anodenstruktur vollständig metallurgisches Silizium (MGS) als Anothit nutzt.
Da mehr als 93 % der globalen Graphit-Lieferkette von China kontrolliert werden, sieht sich die Batteriebranche mit einer kritischen Abhängigkeit konfrontiert. Auf dem heimischen US-Markt werden jährlich mehr als 100 Tausend Tonnen metallurgisches Silizium produziert. Mit seiner entwickelten Anodentechnologie will Coreshell den Rohstoffbedarf vollständig aus lokalen Quellen decken und Einschränkungen in der Lieferkette verhindern.
Geringerer Energieverbrauch durch Trockenelektrodenbeschichtung
Für das Projekt wurde eine Zusammenarbeit mit dem in Massachusetts ansässigen Unternehmen AM Batteries vereinbart. Bei der Produktion soll anstelle herkömmlicher Verfahren zur Nassbeschichtung von Elektroden die von AM Batteries als „Tozdan Elektroda“ bezeichnete Technologie zur Trockenbeschichtung eingesetzt werden.
Bei diesem Verfahren werden weder Lösungsmittelchemikalien benötigt noch die energieintensiven Trocknungsphasen durchgeführt. Dadurch werden sowohl die Errichtungskosten als auch die Betriebskosten der Anlage erheblich gesenkt.
In der Anlage sollen eine jährliche Produktionskapazität von rund 2 Gigawattstunden (GWh) für Elektroden sowie eine Zellmontagekapazität von 1,5 GWh eingerichtet werden. Im Rahmen der Arbeiten, die parallel zum Bau und zur Montage der Ausrüstung durchgeführt werden, sollen mehr als 100 neue Arbeitsplätze in technischen, administrativen und produktionsbezogenen Positionen geschaffen werden.
Verteidigungsindustrie und Standards für Elektrofahrzeuge
Die Batteriezellen werden so entwickelt, dass sie die Kriterien des National Defense Authorization Act (NDAA) erfüllen, und sollen in kommerziellen Elektrofahrzeugen sowie militärischen Verteidigungsanwendungen eingesetzt werden. Das Projekt zielt darauf ab, die hohe theoretische Kapazität von Siliziumanoden im kommerziellen Maßstab bereitzustellen und in Bezug auf Preis und Leistung direkt mit in Asien ansässigen Herstellern zu konkurrieren.