TAKTO bietet quelloffenes Handtracking, das wie LEGO zusammengebaut wird. Die Herausforderung beginnt bei der Kamera. Kamerabasierte Handtracking-Systeme, die in Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen eingesetzt werden, geraten ins Stocken, wenn sich Finger überschneiden oder aus dem Sichtfeld der Kamera verschwinden. Sebastian Molano will diese Probleme mit dem quelloffenen TAKTO-Handschuh beheben, den er als Abschlussarbeit entwickelt hat. Der Handschuh bestimmt die Fingerposition nicht per Kamera, sondern über magnetische Encoder, und Aktuatoren ziehen an den Fingern, um dem Nutzer zusätzliches Feedback zu geben. Die Baudetails werden auf GitHub veröffentlicht. Die Website TAKTO.one stellt Informationen zum Projekt bereit. Außerdem finden sich dort eine Konsole, die mithilfe eines digitalen Zwillings des Geräts in Echtzeit die Nutzung und den Zustand des Handschuhs visualisiert, sowie eine visuelle Montageanleitung. Die verwendeten hochwertigen Aktuatoren treiben die Kosten in die Höhe. Die Version mit Aktuatoren ist daher teuer. Es ist auch eine Sensorversion erhältlich, die nur das Handtracking übernimmt. Die von Valve öffentlich gemachten Arbeiten können auch für diejenigen als Quelle dienen, die bestehende VR-Hardware um Funktionen erweitern möchten.
Warum das wichtig ist
Dass das kamerabasierte Handtracking ins Stocken gerät, wenn sich die Finger überlagern oder das Sichtfeld verlassen, ist für Entwickler, die in der virtuellen und erweiterten Realität eine nahtlose Interaktion anstreben, ein bekanntes Nadelöhr; deshalb betrifft ein Ansatz, der nicht auf die Kamera angewiesen ist, alle, die nach einer zuverlässigeren Eingabe suchen. Dass das Projekt Open Source ist und die Montageanleitung sowie die Live-Konsole des digitalen Zwillings veröffentlicht wurden, senkt die Hürde für Maker und Forschende, die ihre eigene Hardware bauen und verändern möchten, ohne auf ein kommerzielles Produkt zu warten. Dass hochwertige Aktuatoren, die haptisches Feedback liefern, die Kosten in die Höhe treiben, macht bei dieser Art von Hardware die Spannung zwischen Realismus und Zugänglichkeit sichtbar; die Sensorversion, die nur das Handtracking übernimmt, ist eine praktische Antwort auf diese Spannung. Ob die Arbeit, die sich noch im Stadium eines Abschlussprojekts befindet, von der Community angenommen wird und sich zu einem nachhaltig nutzbaren Werkzeug entwickelt, bleibt eine offene Frage. Dass die von Valve öffentlich gemachten Arbeiten auch denjenigen als Quelle dienen können, die bestehende VR-Hardware um Funktionen erweitern möchten, macht die Entwicklung auch für Nutzer relevant, die kein eigenes Gerät bauen wollen.
Begriff: Open Source
Open Source bedeutet, dass der Quellcode einer Software für alle offenliegt und die Lizenz das Prüfen, Ändern und Weiterverteilen erlaubt; es ist nicht dasselbe wie kostenlos.