Bei der Bewertung des Kilometerstands eines Gebrauchtwagens sollte man sich nicht allein auf die Instrumententafel verlassen; Prüf- und Werkstattunterlagen, elektronische Daten und der physische Zustand des Fahrzeugs sollten gemeinsam untersucht werden. Die Kilometerstände der vergangenen Jahre sollten chronologisch verglichen werden. Insbesondere sollte erklärt werden, wenn der Anstieg nach einem bestimmten Zeitpunkt rückläufig wird oder zum Stillstand kommt. Auch die Datums- und Kilometerangaben auf Rechnungen von Vertrags- oder freien Werkstätten liefern wichtige Hinweise. Wenn beispielsweise ein Fahrzeug bei einer früheren Prüfung mit 180 Tausend Kilometern erfasst wurde, auf dem aktuellen Tacho jedoch 120 Tausend Kilometer stehen, ist dies eine gravierende Unstimmigkeit. Aufgrund möglicher Ursachen wie Fehlern bei der Dateneingabe, einer veränderten Nutzung, einem langen Stillstand des Fahrzeugs oder einem Halterwechsel sollte die Entscheidung jedoch nicht auf Grundlage eines einzigen Datenpunkts getroffen werden. Verschiedene Dokumente und frühere Gutachten sollten miteinander verglichen werden. Auch der Verschleiß an Lenkrad, Schaltknauf, Pedalen und Fahrersitz kann auf eine Unstimmigkeit mit dem Kilometerstand hindeuten; allerdings beeinflussen die Nutzungsweise, der Stadtverkehr, die Materialqualität und die Wartungsgewohnheiten den Verschleiß. Wenn die Angaben des Verkäufers nicht mit den Unterlagen übereinstimmen, sollte das Fahrzeug nicht gekauft werden, bevor es eingehend untersucht wurde.
Warum das wichtig ist
Dieser Rahmen verlangt, dass Käufer von Gebrauchtwagen ihre Bewertung nicht auf eine einzige Anzeige oder die Angaben des Verkäufers stützen, sondern auf sich gegenseitig bestätigende Belege. So kann eine Unstimmigkeit beim Kilometerstand gemeinsam mit möglichen Erfassungsfehlern, den Nutzungsbedingungen oder der Fahrzeughistorie betrachtet werden, ohne sie unmittelbar als Grundlage für ein abschließendes Urteil zu nehmen. Die wesentliche Veränderung für den Käufer besteht darin, dass die Kaufentscheidung nicht nur vom aktuellen Erscheinungsbild des Fahrzeugs abhängt, sondern auch davon, ob seine Vergangenheit chronologisch nachvollziehbar ist. Die offene Frage bleibt, wodurch die Abweichung verursacht wird, wenn verschiedene Unterlagen und der Verschleiß am Fahrzeug nicht miteinander übereinstimmen; in diesem Fall bleibt die Grundlage für eine Entscheidung ohne eingehende Untersuchung schwach.