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In Damaskus funktionieren Karten: Welche Rolle wird die Türkei beim Wiederaufbau Syriens spielen?

Aktualisiert: 03.09.2026 · 2 Min. Lesezeit · 356 Wörter

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In Damaskus funktionieren Karten: Welche Rolle wird die Türkei beim Wiederaufbau Syriens spielen?
Wiederaufgebaute historische Stadtstraße

Die Zahlung von Ahmed eş-Şara mit einer Visa-Karte in der Altstadt von Damaskus wurde zum Symbol für Syriens Rückkehr in das internationale Finanzsystem. Visa und Mastercard wickelten am 27. August die ersten internationalen Kartentransaktionen im Land ab, während Washington Syrien erst drei Tage zuvor von der seit 1979 bestehenden Liste der „Staaten, die den Terrorismus unterstützen“ gestrichen hatte. Die Zahlung, bei der ihn der Präsident der syrischen Zentralbank, Muhammed Safwat Raslan, begleitete, wurde in einem kurzen Video öffentlich bekannt.

Der Beginn von Kartentransaktionen bedeutet jedoch nicht, dass Kapital ins Land fließt. Die Weltbank beziffert die direkten physischen Kriegsschäden auf etwa 108 Milliarden Dollar und die Wiederaufbaukosten auf 216 Milliarden Dollar. Davon entfallen 82 Milliarden Dollar auf die Infrastruktur, 75 Milliarden Dollar auf Wohngebäude und 59 Milliarden Dollar auf Nichtwohngebäude; Aleppo, das Umland von Damaskus und Homs zählen zu den am schwersten betroffenen Regionen.

Damit Syrien ausländisches Kapital anziehen kann, müssen die Bankenaufsicht, die Vertragssicherheit, die Eigentumsrechte und die Korrespondenzbankbeziehungen gestärkt werden. Der Handel mit der Türkei stieg 2025 um 42 % auf 3,75 Milliarden Dollar. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 legten die Exporte um 26,4 % zu und überstiegen 1,28 Milliarden Dollar; die Zementexporte stiegen um 116,8 %.

Warum das wichtig ist

Diese Entwicklung zeigt, dass die Entscheidung Washingtons im Finanzbereich keine sofortige und grenzenlose Normalisierung bewirkt: Der Beginn der Nutzung internationaler Karten ist nicht dasselbe wie ein Kapitalzufluss in das Land. Die zentrale Herausforderung für Syrien besteht darin, verlässliche Rahmenbedingungen im Bankwesen und im Recht zu schaffen, die die Finanzierung des Wiederaufbaus der durch den Krieg schwer beschädigten Infrastruktur und Wohngebiete ermöglichen. Daher werden die Bankenaufsicht, die Durchsetzbarkeit von Verträgen, die Eigentumsrechte und die Korrespondenzbankbeziehungen insbesondere für ausländische Akteure, die in Wiederaufbauaktivitäten einsteigen wollen, entscheidend sein. Der Anstieg des Handels mit der Türkei und der Zementexporte zeigt zwar, dass die wirtschaftlichen Kontakte fortbestehen, doch die offene Frage ist, ob sich diese Dynamik in einen abgesicherten und breiter aufgestellten Finanzierungskanal verwandeln lässt.

Hintergrund

Die Türkei ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den letzten 90 Tagen haben wir 33 Nachrichten veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; die jüngste stammt vom 2. September 2026.

Quelle: Independent Türkçe