Innenminister Mustafa Çiftçi erörterte mit dem iranischen Innenminister Eskandar Momeni die Sicherheitszusammenarbeit, die Auflösung von PKK/KCK, die Ableger der Organisation, PJAK, organisierte Kriminalität, Drogenhandel und irreguläre Migration. Çiftçi erklärte, PKK/KCK habe infolge des Kampfes die Waffen niederlegen und sich auflösen müssen; die Beseitigung der Ableger in Syrien und im Irak sei für den Frieden in der Region von Bedeutung. Çiftçi betonte, auch PJAK müsse sich an dem Prozess beteiligen, und warnte, dass diejenigen, die sich dem Prozess widersetzten, in den Iran gelangen und dadurch die Aktivitäten der Organisation verstärken könnten.
Çiftçi teilte mit, dass 2026 bei tausend 592 Einsätzen gegen 562 organisierte kriminelle Vereinigungen sowie bei 38 tausend 915 Drogenbekämpfungseinsätzen 32 tausend 848 Personen festgenommen worden seien und 36 Tonnen Drogen beschlagnahmt worden seien; er erklärte, man sei bei grenzüberschreitenden Straftaten zu einer Zusammenarbeit mit dem Iran bereit. Çiftçi forderte eine Stärkung der Beziehungen zu Interpol durch Rückführungs- und Abschiebungsverfahren sowie eine bessere Koordinierung bei Grenzmaßnahmen und einen verstärkten Informationsaustausch bei Menschenhandel und Schleuserkriminalität.
Momeni dankte der Türkei für ihre Unterstützung in dem ihnen aufgezwungenen Krieg und für die Verurteilung der Morde. Momeni erklärte, man unterstütze eine Lösung mit der PKK, und forderte, dass die Türkei, der Irak, der Iran und Syrien gemeinsam handelten sowie PKK, PJAK und ihre Ableger die Waffen niederlegten und ihre Existenz beendeten. Er sprach sich für eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit bei Terrorismus, Drogen, Schmuggel und Rückführungen aus.
Warum wichtig
Dass die Agenda Terrororganisationen, organisierte Kriminalität, Drogenhandel und irreguläre Migration gemeinsam behandelt, zeigt, dass die Koordination zwischen der Türkei und dem Iran nicht auf die Grenzsicherheit beschränkt ist. Die Themen Auslieferung, Abschiebung, Interpol und Informationsaustausch deuten darauf hin, dass die Zusammenarbeit neben den Operationen vor Ort auch justizielle und diplomatische Prozesse beeinflussen könnte. Der Aufruf zu einem gemeinsamen Vorgehen der vier Länder macht deutlich, dass die Präsenz von PKK, PJAK und verbundenen Strukturen in verschiedenen Ländern als regionale Sicherheitsfrage betrachtet wird. Offen bleibt jedoch, ob PJAK an dem Prozess teilnehmen wird und welche konkreten Maßnahmen gegen die Möglichkeit eines Übergangs in den Iran ergriffen werden. Zudem erfordert die falsche Angabe des Namens des türkischen Innenministers in dem Bericht eine Überprüfung vor der Veröffentlichung, damit die Erklärungen der richtigen Person zugeschrieben werden.
Hintergrund
PKK ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 3 Nachrichten veröffentlicht, in denen dieser Name vorkam; die jüngste datiert vom 15. September 2026.