Der russische Präsident Wladimir Putin wird wegen des Ukraine-Kriegs auch von seinen Verbündeten kritisiert. Der indische Premierminister Narendra Modi rief am 31. August auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans, dazu auf, die Kämpfe zu beenden und friedliche Initiativen zu unterstützen. Auch der kasachische Präsident Kasym-Schomart Tokajew hatte im Juli erklärt, es sei schwer, die Ursachen des Krieges zu verstehen.
Nach Einschätzung von Experten, die mit dem Wall Street Journal sprachen, spüren Russlands Partner die negativen Auswirkungen des Krieges zunehmend stärker. Indien ist wegen des Kaufs von russischem Öl dem Druck des Westens ausgesetzt; im Juli traf eine russische Rakete ein Frachtschiff im Schwarzen Meer, wobei 4 Inder ums Leben kamen. Kasachstan ist seinerseits von Störungen beim für den Ölexport wichtigen Kaspischen Pipeline-Konsortium betroffen. Hanna Notte erklärte, Moskaus Beschäftigung mit der Ukraine ermutige die ehemaligen Sowjetrepubliken zu schärferer Kritik.
Warum das wichtig ist
Diese Lage zeigt, dass Moskau bei der Führung des Ukraine-Kriegs nicht nur mit den zunehmenden Kosten des Westens, sondern auch mit den steigenden Kosten für seine Partner konfrontiert ist, zu denen es wirtschaftliche und politische Beziehungen unterhält. Für Indien muss der Energiehandel mit Russland nach dem Druck des Westens und dem Angriff auf ein Frachtschiff auch unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Für Kasachstan rücken dagegen die Auswirkungen des Krieges auf den regionalen Energietransport und die Frage in den Vordergrund, wie der Umgang mit Russland mit den eigenen wirtschaftlichen Interessen in Einklang gebracht werden kann. Putins schwindender Handlungsspielraum im ehemaligen sowjetischen Raum ermöglicht es diesen Ländern, ihre Kritik an Moskau offener zum Ausdruck zu bringen; welche konkreten politischen Folgen diese Haltung haben wird, ist jedoch noch unklar.
Hintergrund
Putin ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir eine Nachricht veröffentlicht, in der dieser Name erwähnt wurde; der Artikel datiert vom 1. September 2026.