Der im Dark Web diese Woche gestartete Dienst für Identitätsdiebstahl namens Nexus hat digitale Scans von mehr als 153 Millionen Führerscheinen von Personen aus den USA und Kanada zum Verkauf angeboten. Zudem soll der Dienst mehr als 10 Millionen Ausweiskarten, mehr als drei Millionen Reisedokumente oder internationale Ausweise und mindestens 579.000 Gesundheitskarten enthalten.
Einige von KrebsOnSecurity befragte Personen erklärten, die Bilder könnten aus einem weit verbreiteten, in Louisiana ansässigen Unternehmen für Identitätsprüfung stammen. Das FBI-Büro in New Orleans hat heute offiziell Ermittlungen zur Quelle der Bilder eingeleitet.
Nexus wurde am Montag, dem 31. August, im russischen Cybercrime-Forum Exploit vorgestellt. Der Betreiber des Dienstes stellte auch Dokumente einiger hochrangiger Regierungsvertreter zum Verkauf, darunter des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth. Bei den Suchanfragen im Dienst werden etwa 11,5 Millionen Ergebnisse angezeigt, wobei kanadische Führerscheine rund 1,1 Millionen Datensätze ausmachen; 473.673 Datensätze stammen aus Ontario.
Zu den Datensätzen gehören neben Führerscheinen auch Karten von Marihuana-Dispensaries sowie mit „CDL“ gekennzeichnete Dokumente, bei denen es sich um gewerbliche Führerscheine handeln könnte, und mit „CAC“ gekennzeichnete Karten, die für staatliche Zugangskarten stehen könnten. Nexus behauptet, die Daten seit mehr als einem Jahr zu sammeln und sie aus einem laufenden Angriff auf ein großes Unternehmen für Identitätsprüfung zu beziehen. Die Zahl der Führerscheindatensätze stieg innerhalb von 24 Stunden um etwa 400.000; einige Dokumente enthalten Infrarot- und Ultraviolettaufnahmen der Vorder- und Rückseite.
Warum das wichtig ist
Der Umfang der Datenbank zeigt, dass der Vorfall nicht auf das Durchsickern von Führerscheindaten beschränkt ist, sondern ein weitreichendes Risiko für die Identitätsprüfung darstellt, das auch verschiedene Dokumenttypen wie Personalausweise, Reisedokumente und Gesundheitskarten umfasst. Das Vorhandensein von Aufnahmen der Vorder- und Rückseiten sowie von Infrarot- und Ultraviolettaufnahmen deutet darauf hin, dass die Datensätze Details enthalten können, die bei der Dokumentenprüfung verwendet werden. Der schnelle Anstieg der Zahl der Datensätze und die Auflistung von Dokumenten einiger hochrangiger Amtsträger werfen weitere Fragen zum Umfang des Dienstes und dazu auf, wie die Daten beschafft wurden. Die FBI-Untersuchung bedeutet, dass die Quelle der Vorwürfe und eine mögliche Verbindung zu dem in Louisiana ansässigen Unternehmen für Identitätsprüfung offiziell untersucht werden; allerdings ist noch nicht geklärt, ob alle Datensätze echt und aktuell sind.
Hintergrund
FBI ist im FikirPilot-Archiv kein neuer Name: In den vergangenen 90 Tagen haben wir 2 Nachrichten veröffentlicht, die diesen Namen erwähnen; die jüngste stammt vom 26. August 2026.
Begriff: Identitätsprüfung
Identitätsprüfung ist der Prozess, bei dem nachgewiesen wird, dass ein Nutzer tatsächlich die Person ist, für die er sich ausgibt.