Fambot, das als „AI chief of staff“ für Eltern bezeichnet wird, soll Familien dabei helfen, ihre E-Mails, Kalender und WhatsApp-Gruppen, die sie im Blick behalten müssen, an einem Ort zu verwalten. Das Start-up wurde vom ehemaligen Instagram-Ingenieur und Fambot CTO Greg Karlin sowie CEO David Reich gegründet. Reich ist Vater von drei Kindern und war zuvor Präsident bei UnitedMasters; bei Uber leitete er das 250-köpfige Uber Transit-Team.
Reich sagte, dass er ständig zwischen seinen beruflichen und familiären Verpflichtungen hin- und hergerissen sei und Zeit damit verbringe, E-Mails zu verfolgen, obwohl er Zeit mit seinen Kindern verbringen wolle. Die Entwicklung von Fambot begann vor etwa eineinhalb Jahren, und Jason Morrow, der zuvor bei Google und LinkedIn gearbeitet hatte, stieß zum Team. Die Gründer wollen Familien mithilfe künstlicher Intelligenz nicht nur auf eingehende Anfragen reagieren lassen, sondern ihnen Unterstützung wie durch eine persönliche Vollzeitassistenz bieten, die Aufgaben proaktiv im Blick behält.
Nachdem die Nutzer ihre Konten verbunden haben, zeigt Fambot eine tägliche To-do-Liste und bevorstehende Kalendertermine an. Das Unternehmen erklärt, dass die Nutzerdaten nicht zum Trainieren von Modellen verwendet werden. Anders als textbasierte KI-Agenten wie Poke und Instinct funktioniert Fambot auch über eine Web- und eine mobile Anwendung; Nutzer können auf Wunsch per Nachricht Fragen stellen und Updates erhalten. Das Start-up plant, künftig Integrationen mit weiteren Anwendungen aufzubauen, die von Schulen, Sportteams, Gruppen und Vereinen genutzt werden.
Vor dem Launch wurde Fambot mit mehr als 1.000 Familien getestet. Dabei zeigte sich, dass es nicht nur für größere Haushalte mit zwei berufstätigen Eltern, sondern auch für Familien mit einem Kind, einem alleinerziehenden Elternteil oder nicht berufstätigen Eltern genutzt werden kann. Das Start-up erhielt in einer von NextView Ventures und Baukunst gemeinsam angeführten Finanzierungsrunde $3,5 Millionen Pre-Seed-Kapital. Fambot wird derzeit auf iOS, Android und im Web während der Beta-Phase kostenlos angeboten; künftig soll der Preis voraussichtlich etwa auf dem Niveau eines Netflix-Abonnements liegen, allerdings kann sich das noch ändern.
Warum das wichtig ist
Die Bedeutung von Fambot liegt in dem Anspruch, die verstreute Kommunikation und den Planungsaufwand innerhalb der Familie nicht länger zu einer Aufgabe zu machen, die über verschiedene Kanäle hinweg einzeln verfolgt werden muss. Dieser Ansatz zielt insbesondere auf den täglichen Koordinationsbedarf berufstätiger Eltern sowie von Alleinerziehenden und kleineren Haushalten ab; das Produkt ist daher nicht ausschließlich für Familien mit einem besonders hohen Arbeitspensum konzipiert. Die Aussage, dass die Daten nicht zum Trainieren von Modellen verwendet werden, soll eine der zentralen Fragen beantworten, die sich Familien stellen, wenn sie einem Tool ihre private Kommunikation und ihre Kalenderinformationen anvertrauen. Der tatsächliche Umfang von Fambot hängt jedoch davon ab, in welchem Maß die geplanten Integrationen mit zusätzlichen Diensten wie Schulen, Sportteams und Vereinen umgesetzt werden und wie sich die kostenpflichtige Nutzung nach der Beta-Phase gestalten wird.