Als Alternative zu strömungsmechanischen Simulationen, die eine hohe Rechenleistung erfordern, können reoskopische Flüssigkeiten unter Berücksichtigung der Reynoldszahl oder bei qualitativen Strömungsbeobachtungen für praktische Zwecke eingesetzt werden. [Visual Thinker] stellte diese Flüssigkeit her, indem er dem Wasser Glimmerplättchen und bei Bedarf einen Tropfen Seife hinzufügte, um eine Verklumpung zu verhindern. Die reflektierenden Glimmerplättchen, die sich entsprechend der Scherung der Strömung ausrichten, machen ihre Bewegungen sichtbar. Die Methode erprobte er zunächst in einem Aufbau, der die Strömung um einen durch Magnete bewegten Benchy-Körper zeigte, und anschließend in einem Windkanal aus lasergeschnittenem Acryl und 3D-gedruckten Teilen.
Warum das wichtig ist
Dieser Ansatz zeigt, dass Simulationen auf Basis hoher Rechenleistung für diejenigen, die das Verhalten von Flüssigkeiten untersuchen möchten, nicht in jedem Fall erforderlich sein müssen. Die Ausrichtung der Glimmerplättchen entsprechend der Scherung macht Bewegungen, die nur schwer direkt wahrzunehmen sind, visuell sichtbar und erleichtert insbesondere qualitative Beobachtungen. Da die Flüssigkeit mit Wasser, Glimmer und einer geringen Menge Seife hergestellt werden kann, eignet sich die Methode auch für Do-it-yourself-Anwendungen außerhalb des Labors. Die Erprobung in Aufbauten mit einem durch Magnete bewegten Körper und in einem Windkanal zeigt, dass dasselbe Prinzip zur Untersuchung unterschiedlicher Strömungsbedingungen eingesetzt werden kann. Wie im Text ebenfalls erwähnt, zielt diese Methode jedoch weniger darauf ab, sämtliche Ergebnisse einer rechnergestützten Simulation zu erzeugen, als vielmehr auf die praktische Beobachtung und die Sichtbarmachung des allgemeinen Strömungsverhaltens.